Wenn’s leckt, riecht es nach faulen Eiern

Halver - Das ausströmende Methan aus dem Leck einer Gasleitung an der Marktstraße hatte am Dienstagabend nicht nur bei den Anwohnern für Schrecken gesorgt. Mehr als dreieinhalb Stunden dauerte der Einsatz, an dem neben der Polizei, der Freiwillige Feuerwehr und dem DRK auch Experten der Westnetz und SAG Gmbh beteiligt waren.

Wie Westnetz-Pressesprecher Wieland Dierks auf Anfrage des Allgemeinen Anzeigers mitteilte, sei die Ursache für die Leckage bisher nicht geklärt. Möglich sei sowohl eine Beschädigung der Leitung durch eine mechanische Fremdeinwirkung, beispielsweise durch Arbeiten an und in der Baugrube, oder auch durch Korrosion oder Steinschlag, verursacht durch ein vorbeifahrendes Auto.

Dass die Inhaberin des Friseursalons das austretende Gas bemerkt und daraufhin die Polizei informiert hatte, liegt wahrscheinlich am Tetrahydrothiophen, auch THT genannt. Der Duftstoff wird in einer Mindestkonzentration dem Gas beigemischt, das eigentlich geruchslos ist.

„Eine undichte Stelle äußert sich für den Laien durch den Geruch nach faulen Eiern“, erklärt Dierks. Die Wirksamkeit dieser „Odorierung“ werde in jedem Ortsnetz zweimal im Jahr überprüft. Eine Duftstoffkarte kann kostenlos bei der Westnetz unter der Rufnummer 0 29 31/84 21 04 bestellt werden. Dierks: „So ist man für den Geruch sensibilisiert.“

Tritt, so wie am Dienstag in Halver geschehen, ein Leck an einer Gasleitung im Außenbereich auf, ist die Explosions- oder Entzündungsgefahr relativ gering. Innerhalb geschlossener Räume kann ausströmendes Methangas allerdings schnell zur tödlichen Falle werden. Wieland Dierks rät daher jedem Erdgaskunden, die Anhängekarte an seinem Gaszähler zu beachten. „Darauf sind die Verhaltensregeln erklärt.“

Wichtig sei, so Dierks, keine Panik zu bekommen, Flammen und Funken unbedingt zu vermeiden, keine Schalter zu betätigen und ferner kein Telefon oder Handy im Raum zu benutzen. Fenster sollten geöffnet, Gashähne geschlossen und eventuelle Mitbewohner des Hauses gewarnt werden. „Glücklicherweise sind solche Fälle sehr selten, das richtige Verhalten zu wissen, ist trotzdem enorm wichtig“, rät Dierks.

Die Westnetz GmbH ist der Verteilnetzbetreiber der RWE Deutschland und versorgt vom Regionalzentrum Arnsberg aus ein 3300 Kilometer langes Erdgasverteilnetz im Märkischen Kreis, im Hochsauerlandkreis sowie in den Kreisen Soest und Paderborn. - von Friederike Domke 

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