Frauen im Fußball

„Famemaker“ (ProSieben): Sabrina Babilon aus dem MK will mehr Akzeptanz 

Sabrina Babilon Halver TV-Auftritt
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Sabrina Babilon hat an der der Musikshow „Famemaker“ (ProSieben) teilgenommen. Dort sang sie ein BVB-Lied. Auch privat liebt sie Fußball, spielt selbst und ist Teil des Trainerteams beim TuS Grünenbaum. Halver

Nach ihrem TV-Auftritt haben wir Sabrina Babilon aus Halver getroffen.

Halver – Im Gespräch mit Sarah Lorencic erzählt die 31-Jährige von ihren Erfahrungen bei der Talentshow „Famemaker“ (ProSieben) und davon, wie wichtig sie es findet, dass Frauen im Fußball mehr akzeptiert werden – als Fan und Spielerin.

Warum haben Sie sich bei der Sendung „Famemaker“ (ProSieben) beworben? Ist Singen ein Hobby von Ihnen?
Zunächst habe ich mich beworben, weil ich einfach mal Bock hatte, auf einer großen Bühne zu stehen. Ich bin ein Mega-Fan von Helene Fischer und schaue mir sehr oft ihre Shows und Konzerte an. Einmal auch dieses Bühnenfeeling zu haben, war schon immer ein großer Traum von mir. Ich liebe das Tanzen und Singen, wobei mir definitiv das Tanzen mehr liegt. Wenn ich singe und tanze, fühle ich mich unendlich frei und tauche in eine andere Welt ab. Musik ist ein großer Teil meines Lebens.
Sie sagten, es sei klar gewesen, dass sie das Lied „Olé, jetzt kommt der BVB“ für ihren Vater singen. Weil er Sie zum Fußball- und BVB-Fan gemacht habe. Was wollten Sie damit zeigen?
Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht für einen kurzen Moment an ihn denke. Er hat mir sehr viel für das Leben mitgegeben – unter anderem nie aufzugeben und für das zu kämpfen, was man erreichen möchte. Diese Eigenschaften nehme ich jeden Tag mit. Dass ich ihm auf der Bühne etwas zurückgeben möchte, war mir sofort im Moment der Zusage klar. Ich hatte für einen kurzen Moment überlegt, den Stadion-Song „You’ll never walk alone“ zu singen, habe mich dann aber für eine flottere Nummer entschieden. Ich bin einfach ein mega fröhlicher und positiver Mensch und mir war es wichtig, das auch auf der Bühne rüberzubringen.
Sind sie enttäuscht, dass es nicht geklappt hat bei „Fame Maker“?
Wer mich kennt, weiß, dass ich ein sehr, sehr ehrgeiziger und selbstkritischer Mensch bin und ich immer das „Gewinner-Gen“ in mir trage. Zum einen bin ich schon etwas traurig gewesen und habe meinen Auftritt im Nachhinein mehrmals kritisch analysiert und mir ein paar Mal gedacht „hätteste mal da so und da so...“ . Zum anderen aber habe ich so viel positives Feedback erhalten und bin einfach nur glücklich, diese Erfahrung gemacht zu haben. Ich hatte so viel Spaß und denke sehr gerne an den Tag zurück!
Was war das für Sie für eine Erfahrung, auf der Bühne zu stehen?
Es war eine mega geile Erfahrung. Ich hatte das Gefühl, im Moment des Auftritts genau am richtigen Ort zu sein. Klar, ich war unheimlich aufgeregt, wie man an der zittrigen Stimme erkannt hat, jedoch hatte ich ein Gefühl, das unbeschreiblich gut war und ich auch so noch nicht kannte. Ich vermisse es schon jetzt.
Wie hat Ihr Umfeld auf die Teilnahme reagiert?
Alle waren total begeistert und haben mitgefiebert. Diejenigen, die mich näher kennen, wussten, dass die Show genau mein Ding ist und haben sich sehr für mich gefreut.
Was hat Ihnen am meisten gefallen?
Dieser Moment, als ich auf die Bühne ging und endlich loslegen konnte. Der ganze Tag vor Ort in Köln war völlig verrückt und spannend. Ich freute mich einfach nur darauf, endlich loslegen zu dürfen.
Lassen Sie uns die Frau hinter der Bühne kennenlernen. Sie sagten, Sie kommen aus Halver „im wunderschönen Sauerland“. Wie sind Sie hier verwurzelt?
Aufgewachsen bin ich in Lüdenscheid. Mit meinem Mann und meinen zwei Kindern haben wir vor fünf Jahren in Halver ein Haus gekauft. Ich bin ein sehr naturverbundener Mensch und verbringe am liebsten jede freie Minute an der frischen Luft und gehe viel joggen. Ich finde Halver einfach toll, weil es mir persönlich ein gutes Mittelmaß von allem gibt.
Was machen Sie beruflich?
Ich bin in der Personalabteilung eines mittelständischen Unternehmens in Lüdenscheid beschäftigt. Ich betreue dort unter anderem unsere Azubis und kümmere mich um die Talente von morgen. Eine Weiterbildung zur Personalfachkauffrau schließe ich bald ab. Der persönliche Kontakt zu Menschen macht mir im Job sehr viel Spaß.
Sie spielen Fußball. In welchem Verein und seit wann?
Ich spiele Fußball, seit ich laufen kann (lacht). Ich war immer das einzige Mädchen auf dem Schulhof, das mit den Jungen gekickt hat und mithalten konnte. In meiner Jugend habe ich oft bei den Jungen vom LTV 1861 Lüdenscheid mitgespielt. Ein paar Jahre später habe ich bei den Damen des LTV gespielt. Zu Beginn dieses Jahres habe ich aufgrund einer schweren Fuß-OP die aktive Karriere endgültig beendet. Da ich aber nicht ohne Fußball kann und ich schon immer Bock hatte, Kinder zu trainieren, bin ich seit Sommer diesen Jahres Teil des Trainerteams der F-Jugend des TuS Grünenbaum.
Sind in der Mannschaft auch Mädchen?
Ja, ein Mädchen ist mit dabei. Reine Mädchenmannschaften gibt es aber auch beim TuS Grünenbaum. Wenn die Kinder älter sind, spielen sie getrennt.
Wann waren Sie das erste Mal im Signal Iduna Park?
Ich weiß es noch wie heute. Ich war sieben Jahre alt, als ich das erste Mal auf der Südtribüne stand. Unglaublich!
Unglaublich? Erzählen Sie mal...
Nicht umsonst ist es das geilste Stadion der Welt. Die Stimmung und Atmosphäre sind mit nichts vergleichbar. Noch heute bekomme ich beim Aufrufen der Aufstellung durch Nobert Dickel Gänsehaut.
Was bedeutet Ihnen Fußball?
Fußball bedeutet für mich Leidenschaft und Begeisterung. Dieses Gemeinschaftsgefühl der Menschen beim Fußball ist unheimlich toll. In mir weckt es die unterschiedlichsten Emotionen. Den Kampf- und Teamgeist des Fußballs übertrage ich oft in mein alltägliches Leben. Fußball ist daher ein ständiger Begleiter und ein Teil von mir.
Sie wollten etwas Bestimmtes mit Ihrem Auftritt zeigen – nämlich, dass auch Frauen Fußball spielen und leben können. Fehlt die Akzeptanz für Frauen im Fußball?
Ich erlebe es selbst immer wieder. „Du kannst Fußballspielen?“, ist eine der Reaktionen, wenn ich Menschen von meinem Hobby erzähle. Generell finde ich es auch sehr schade, dass Männer bereits in Amateurligen gutes Geld verdienen und Frauen in der 1. Bundesliga nebenbei noch einen Job ausüben müssen. Das passt leider in der heutigen Zeit einfach nicht zusammen. Dabei hat die Frauennationalmannschaft schon oft genug bewiesen, dass sie es drauf hat.
Welche Erfahrungen haben Sie als Frau im Stadion und auch auf dem Spielfeld gemacht?
Durchweg positive. Im Stadion auf der Südtribüne begegnet man sich auf Augenhöhe. Man hat das Gefühl, jeder kennt sich und fühlt sich einfach wohl. Auf dem Fußballplatz bekommt man schon häufiger diverse Sprüche von außen zugerufen. Aber das hat mich nie gestört. Auf dem Platz stand für mich das Spiel im Vordergrund und ich konnte das gut ausblenden.
Was muss sich Ihrer Meinung nach ändern?
Die Hilfe und Unterstützung der ganzen Verbände sowie die Fifa ist einfach unterirdisch schlecht und müsste sich dringend ändern. Es muss viel mehr von obersten Ebenen passieren. Der Frauenfußball muss deutlich mehr gepusht und gefördert werden, damit eine größere Nachfrage entsteht. Nur dann können Vereine und der Deutsche Fußball-Bund auch mehr Gehälter bezahlen. Darüber wird seit Jahren gesprochen. Passiert ist bisher leider eher wenig.

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