Ein Testzentrum namens Schule

Nach Corona-Neustart: So läuft´s an Halvers Schulen 

Alle wieder zusammen: Die Klasse 5a von Selma Pollmann an der Humboldtschule freut sich, wieder in der Schule zu sein.
+
Alle wieder zusammen: Die Klasse 5a von Selma Pollmann an der Humboldtschule freut sich, wieder in der Schule zu sein.

Die Schulen sind zurück im Regelunterricht. Die Klassen sind wieder voll, der Wechselunterricht ist vorbei, digitaler Unterricht passé. Darüber freuen sich die Schüler und die Lehrer. Aber wenn man genau hinsieht, sieht man auch: Der organisatorische Aufwand ist immens. Vor allem an den Grundschulen. Und auch sonst bleibt ein mulmiges Gefühl.

Halver – Es ist ein ungewohntes Bild. Volle Klassen, volle Parkplätze an den Grundschulen. Alle sind wieder da, am selben Tag. Die Schüler freuen sich über den Schritt zurück Richtung Normalität. Das Testen und Masketragen sind mittlerweile Routine, sagen die Leiter der Halveraner Schulen. Lediglich einen organisatorischen Aufwand sieht Daniel Riegel, Konrektor der Regenbogenschule.

Grundschüler nutzen andere Tests als Schüler von weiterführenden Schulen. Mittels eines Lolli-PCR-Tests werden die Schüler auf das Coronavirus geprüft. Am Montag waren beispielsweise Klasse 1 und 2 der Regenbogenschule an der Reihe. Die Tests werden dann von einem Kurier in ein Labor nach Leverkusen gebracht. Die Ergebnisse, so das Versprechen, kommen zwischen 18 und 6 Uhr. Ist ein Schüler positiv, bleibt der gesamte Pool, der getestet wurde, zu Hause. Für diesen Fall hat jedes Kind einen PCR-Test zu Hause, den dann die Eltern durchführen und zur Schule bringen müssen. Erst wenn dieser negativ ist, dürfen die Kinder wieder zur Schule.

Hoher Organisationsaufwand

Sowohl Daniel Riegel als auch Monika Lauterbach, Schulleiterin der Lindenhofschule, hoffen, dass dieser Fall nicht eintritt. Die Zusammenarbeit mit dem Labor sei zudem auch nicht immer reibungslos, sagt Monika Lauterbach. Vor 22.30 Uhr kommt kein Ergebnis – und nachts bringt es nicht, handeln kann man ohnehin erst wieder am Morgen. Aber auch dann sind manchmal die Ergebnisse nicht übermittelt worden. „Dann hilft nur noch ein Anruf bei der Hotline.“ „Es bietet eine hohe Sicherheit, aber auch einen hohen organisatorischen Aufwand“, sagt Daniel Riegel.

Erste Anfragen nach Bescheinigungen über die negativen Testergebnisse gab es an allen Schulen. Immerhin ist das Ergebnis 72 Stunden gültig, merkt Lauterbach an und kann die Nachfrage verstehen, die auch darin begründet ist, dass die Schüler mit dem Ausweis zum Beispiel in die Musikschule können.

Nichtsdestotrotz sagt Reiner Klausing: „Wir sind ein Testcenter.“ An der Humboldtschule stapeln sich die Testkits, sagt der Schulleiter. 1100 wurden jede Woche geliefert. Aber die Tests böten Sicherheit. Mehr gibt nur die Impfung, von denen der Großteil des Kollegiums bald die zweite Mal erhält. Trotzdem bleibe ein mulmiges Gefühl. Was passiert vor, nach und zwischen dem Unterricht?

Ausblick: Was kommt nach den Sommerferien?

Die Freude überwiegt jedoch sowohl bei Schülern, als auch bei den Lehrern. Die Begriffe digital, Distanz und Präsenz sei man zwar los. Doch: „Wir sind zwar im Regelbetrieb, aber nicht im regulären Betrieb“, sagt Klausing. „Man hat das Gefühl, dass es wieder normaler wird“, findet Monika Lauterbach. Ein aufatmendes „endlich“ hat sie von mehreren Schülern gehört. Und auch die Schulleiterin sagt: „Endlich ist wieder richtiges Leben in der Schule.“ In der Sekundarschule gab es am Montag zum ersten Mal in diesem Jahr ein Mittagessen. Premiere für den neuen Koch Sven Döpke, der vorher nur im Kiosk der Schule zu sehen war. Auch zwei Lehrer erlebten ihren ersten Tag in annähernder Normalität, sagt Klausing und freut sich für die Kollegen.

Einen Ausblick wagt man am Anne-Frank-Gymnasium. Schulleiter Paul Meurer sieht nach den Ferien die Diskussion ums Impfen von Schülern lauter werden. Momentan sei alles unproblematisch. Die Frage sei jedoch, was perspektivisch noch auf die Schulen zukommt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare