Nach Corona-Lockerungen

Shoppen ohne Test und Termin: „Die Leute sind einfach froh“

Olga Willers von Elektro-Willer
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„Die Freude war bei den Kunden groß, einfach mal wieder so ins Geschäft kommen zu können“, lautet Olga Willers Resümee nach dem ersten Tag Einkaufen ohne Test und Termin bei Elektro-Willer. „Man merkt, dass die Leute besser gelaunt sind.“

Seit Freitag gelten in Nordrhein-Westfalen neue Corona-Regeln. Damit fällt für den Einzelhandel im MK die Testpflicht weg. Wir fragten bei einigen Einzelhändlern nach, wie die neuen Regeln ankommen. Die Freude über etwas mehr Normalität überwiegt.

Halver - Im Märkischen Kreis, wo die Sieben-Tage-Inzidenz am Freitag bei 58,3 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohnern lag, gelten nach der neuen Verordnung die Regeln der Inzidenzstufe 3. Auch für den Einzelhandel, der nicht den Grundversorgungsbedarf abdeckt, entfallen damit ab sofort Terminbuchungen vor dem Einkauf (Click & Meet) und die obligatorischen Tests. Heißt: Kunden dürfen wieder ohne Termin und Test einkaufen. Pro 20 Quadratmeter Verkaufsfläche ist ein Kunde erlaubt.

„Man merkt, dass die Leute besser gelaunt sind“, sagt Olga Willer vom Elektro Groß- & Einzelhandel an der Frankfurter Straße 16a. „Die Freude war bei den Kunden groß, einfach mal wieder so ins Geschäft kommen zu können.“ Die Stadt lebe langsam wieder auf. „Vielleicht liegt das auch am Wetter.“ Desinfektionsmittel lässt die Geschäftsfrau sicherheitshalber vorerst noch stehen. „Manche machen das sogar freiwillig. Die Leute sind einfach froh, dass sie ohne Test und Termin kommen können.“ Während das Baugeschäft während der Pandemie weiterlief, blieb der Einzelhandel geschlossen. „Wir hoffen jetzt auf weitere Öffnungen und Freiheiten.“

„Das ist alles ein ziemlicher Wirrwarr“, meint Barbara Weischer vom Outlet Store Halver im Fachmarktzentrum, die ihren Kunden neben Damenmode auch eine Reinigung, eine Wäscherei und eine Änderungsschneiderei anbietet. „Bis gestern“ habe es noch geheißen, dass jeder einen Test mitbringen müsse. Von Maskenpflicht und Kontaktdatenerfassung ganz zu schweigen. Vieles am Regelwirrwarr sei nicht zu verstehen und ziemlich willkürlich. Vor allem die kleinen Geschäfte sieht sie von den Maßnahmen während der Coronazeit hart getroffen. Ihr persönlich ist der Kontakt zu ihren Kunden sehr wichtig. „Entweder hast du persönlichen Kontakt zu den Kunden oder du lässt es bleiben. Die Entwicklung, die wir gehen, ist nicht schön.“ Gemeint ist der Onlinehandel. Zu spüren gewesen sei zudem, dass viele Menschen während der Pandemie in Kurzarbeit waren. „Das Geld hat eine Rolle gespielt.“

„Die Kunden freuen sich, dass sie wieder in den Laden kommen können“, ist Britta Bergs Erfahrung. „Das läuft gut“, sagt die Inhaberin der Goldtheke Wolle 7 an der Mittelstraße 13, die sich gleichfalls freut, ihre Kunden wieder in ihrem kleinen Laden bedienen und beraten zu können. Vor Inkrafttreten der neuen Regeln behalf sie sich mit „Türverkauf“. „Ich habe einen ganz kleinen Laden“, sagt sie. Von der Tür aus sei der Verkaufsraum gut zu überblicken. „Ich habe den Kunden die Produkte, die sie ausgewählt haben, an der Tür gezeigt.“ Das habe gut funktioniert. Den Kunden sei diese Lösung auch lieb gewesen, weil keiner so richtig gewusst habe, was man darf und was nicht. So „einigermaßen“ sei sie durch die Pandemie gekommen. „Es gab sicherlich auch Hänger dazwischen.“

„Es kommen tatsächlich mehr Leute rein“, freut sich Marvin Adels von Helps EDV-Konzepte (Inhaber: Detlef Münnich) an der Frankfurter Straße 32 über mehr Kunden, die jetzt wieder persönlich im Laden vorbeischauen – auch für Kleinigkeiten. Obwohl „Click & Collect“ zuletzt zwar möglich war, seien nur in den seltensten Fällen tatsächlich Leute im Laden gewesen. Als Dienstleister habe man jedoch weiterarbeiten können. Auf größtmögliche Sicherheit achtet das Team durch regelmäßige Tests zweimal pro Woche, Abstand und Lüften. „Wir achten auf die Maskenpflicht“, sagt der Auszubildende. Wenn jemand seine Maske vergessen habe, seien im Geschäft welche vorrätig.

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