Die mysteriöse Sperrung der Hermann-Köhler-Straße

Warnschilder und Absperrungen prägen seit Wochen das Bild im Kreuzungsbereich an der Leye. ▪ F. Zacharias

HALVER ▪ Die Sperrung der Hermann-Köhler-Straße im Bereich Leye sorgt für Unstimmigkeiten – nicht nur zwischen Anwohnern und Stadt, sondern auch zwischen der Stadtverwaltung und dem Energieversorger RWE.

Tagelang schien die Baustelle verwaist – nachdem der Gas-Lieferant seine Arbeiten eigenen Aussagen zufolge längst abgeschlossen hatte. Auch der Bau- und Planungsausschuss beschäftigte sich am Donnerstag mit dem Thema. Und plötzlich ging alles ganz schnell. Gestern rückten Arbeiter an, um die Freigabe der Strecke für den Verkehr vorzubereiten. Dem waren nach AA-Informationen jedoch erhebliche Differenzen zwischen den verantwortlichen Stellen vorausgegangen.

Damit erhält die unendliche Geschichte „Hermann-Köhler-Straße“ ein weiteres Kapitel. Ursprünglich hatte die RWE im Juli des vergangenen Jahres die Straße lediglich vier Wochen lang für Arbeiten am Gasnetz sperren wollen. Bereits damals sorgte die Maßnahme für Ärger – da mit ihr auch die Pflastersteine der Hermann-Köhler-Straße entfernt werden mussten. Die CDU-Fraktion befürchtete eine Aufhebung der Verkehrsberuhigung in diesem Bereich und beantragte zur Klärung eigens eine Sondersitzung. Die zunächst vorgeschlagenen Pflastersteinstreifen wurden in der Folge zwar verworfen, doch die Maßnahme der RWE wurde ohnehin umfangreicher als zunächst gedacht. Zudem nutzte auch die Stadt die Tiefbauarbeiten dazu, einige Kanalanschlüsse zu sanieren, wie es jetzt von Bau-Fachbereichsleiter Franz Helmut Engel hieß. „Dass das nicht gerade zur Beschleunigung des Ganzen beigetragen hat, versteht sich von selbst“, räumte er im Gespräch mit unserer Zeitung ein.

Auf keinerlei Verständnis stößt bei Engel jedoch das Fortbestehen der Sperrung, obwohl die Gasanschlüsse im besagten Bereich längst saniert und die RWE-Mitarbeiter ihre Arbeiten an der Leye beendet haben. Das sei schon vor Wochen geschehen, wie RWE-Projektleiter Carsten Stabenau auf Anfrage erklärte: Demnach sei die Maßnahme in der Hermann-Köhler-Straße bereits zu Ostern abgeschlossen gewesen. Warum die Straße weiterhin gesperrt sei, müsse die Stadt beantworten.

Doch diesen schwarzen Peter will sich die Stadtverwaltung nicht zuschieben lassen. Am Freitag hieß es gegenüber unserer Zeitung, dass offensichtlich der Subunternehmer der RWE mit den Arbeiten nicht nachgekommen sei. Selbst wenn die Kanal-Hausanschlüsse noch untersucht werden müssten, sei eine Sperrung nicht mehr erforderlich, so Franz Helmut Engel. Des Weiteren müsse auch ein neuer Ampelmast aufgestellt werden – eine Maßnahme, die eine Sperrung der Hermann-Köhler-Straße jedoch ebenfalls nicht notwendig mache.

Dass das Thema bei der Verwaltung und dem beauftragten Unternehmen ein durchaus heißes Eisen ist, wurde schließlich am Freitagvormittag deutlich: Wo tagelang die Arbeit ruhte, herrschte wieder munteres Treiben. ▪ Frank Zacharias

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