Zwischen Halver und Breckerfeld

Schulbus mit 40 Kindern bleibt stecken: Kritik von Eltern, MVG widerspricht

Halver/Breckerfeld - Ein Bus mit 40 Schülern blieb am Montag zwischen Breckerfeld und Halver stecken, weil ein Lkw querstand. Daraufhin mussten 40 Kinder bei Temperaturen um den Gefrierpunkt zu Fuß nach Breckerfeld gehen, hieß es. Einige Eltern waren sauer. Die MVG sagt, es war ganz anders.

Der Fahrer in dem Bus der Linie 84 habe sie rausgelassen, berichten viele der Kinder ihren Eltern am Telefon. Manche Eltern setzten sich daraufhin in Bewegung und sammelten die Kinder mit dem Auto an der Landstraße zwischen Halver und Breckerfeld ein. „Die Kinder sind rausgelassen worden“, sagt Jacqueline Lips, Mutter einer Schülerin der sechsten Klasse, die am Montag in besagtem Bus saß.

Der Busfahrer habe den Kindern nichts weiter gesagt, sondern sie gehen lassen. Dass das bei der Wetterlage und an der befahrenen Landstraße gefährlich sei, liege auf der Hand. Außerdem habe ein Busfahrer ja auch eine Beförderungspflicht, erklärt Lips.

Bus rutscht aus der Kurve: Jugendliche helfen der Busfahrerin

Nachfrage beim Schulleiter des Anne-Frank-Gymnasiums, Paul Meurer: Hat der Vorfall an der Landstraße für Aufsehen gesorgt? „Die Rückmeldung bei mir war, dass alle Kinder aus diesem Bus gut wieder daheim angekommen sind“, sagt Meurer.

Das sagt die MVG zu dem Vorfall

Die MVG erklärt auf Nachfrage: „Aufgrund der Witterung am Morgen stand zwischen Breckerfeld und Halver auf glatter Fahrbahn ein Lkw quer. Zeitgleich befand sich ein Solo-Wagen unseres Auftragnehmers Bleiker leer im Gegenverkehr und dieser wendete an geeigneter Stelle und nahm die Kinder aus unserem Gelenkzug auf. Diese wurden sicher und ordnungsgemäß weiter nach Halver befördert.“

Zwischenzeitlich hätten sich einige Kinder mutmaßlich mit ihren Eltern telefonisch in Verbindung gesetzt und hätten berichtet, dass der Gelenkbus nicht mehr weiterfahren könnte.

„Daraufhin haben einige Kinder auf eigenen Wunsch den Bus verlassen und wurden von ihren Eltern in Obhut genommen.“ Die Behauptung, dass die Kinder „einfach an der Hauptstraße“ aus dem Bus gelassen worden seien, könne man nicht nachvollziehen. Im Gegenteil: Der Busfahrer habe sich vorbildlich verhalten. Hätte er dem Wunsch zum Aussteigen nicht entsprochen, hätte er sich laut MVG unter Umständen der Freiheitsberaubung strafbar machen können. - Mike Fiebig

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