Abends häufen sich Einsätze

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Sandra Haböck, die am Dienstag Dienst schieben muss, und der Bezirksdienstbeamte Matthias Grünewald in der „neuen“ Wache – die bisherige wird jetzt saniert und renoviert – der Polizei in Halver.

HALVER - Unterschiede zu einer Großstadt gebe es kaum, sagt Sandra Haböck. In Köln, wo sie viele Jahre Dienst hatte, verteilten sich die Einsätze auf deutlich mehr Streifenwagen. Haböck gehört zu den Polizeibeamten, die heute, am Heiligabend, arbeiten müssen.

Zweifellos nicht schön für die Mutter eines zehn- und eines 13-jährigen Kindes. Sandra Haböck macht jedoch sofort klar: „In der Halveraner Wache ist sozial alles sehr gut geregelt!“ Was heißt, dass die Besetzung der Polizei in der Stadt im Grünen an solch besonderen Tagen wie Heiligabend freiwillig und nach Absprache erfolgt. „Die Grundbesetzung ist aber vorhanden“, fügt Wachleiter Torsten Hecker hinzu, dass es beim Personal keine Abstriche gibt.

Hecker lässt es sich auch nicht nehmen, heute die Wache im benachbarten Gebäude – die ursprüngliche wird jetzt renoviert – zu besuchen, um das Präsent des Landes und auch selbst ein Geschenk an die Beamten zu überreichen. Einen Weihnachtsbaum gebe es diesmal zwar nicht, dafür aber einen Adventskranz. „Und Kekse haben wir auch“, lacht Sandra Haböck.

Wenn es die Einsatzlage zulasse, so die Polizeibeamten weiter, versuche man auf der Wache zumindest gemeinsam zu essen. Was zumeist am Nachmittag bis in den frühen abend hinein wahrscheinlich möglich sein wird, weil es vergleichsweise ruhig sei, weiß die Polizeibeamtin aus Erfahrung. Abends würde dann die Polizei gerufen: Auf der einen Seite gebe es oft genug aufgrund von Depressionen Suizid-Fälle, erklärt Torsten Hecker. Aber auch darüber hinaus sind die psychologischen und diplomatischen Fähigkeiten von Sandra Haböck und ihren Kollegen gefordert, um beispielsweise Familienstreitigkeiten nicht weiter eskalieren zu lassen. „Da kommt es auch schon mal vor, dass Papa in der Zelle Weihnachten feiert“, erzählt Haböck, dass nicht selten Alkohol im Spiel ist.

„Es ist zwar ein blöder Dienst“, bedauert Haböck, dass sie Heiligabend nicht bei ihren Kindern sein kann. Doch dafür sind Silvester und im nächsten Jahr am 24. Dezember ihre Kollegen an der Reihe sein, Dienst zu schieben.

Von Det Ruthmann

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