Musikschule überzeugt mit Komponistenportrait

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Aus der Vielzahl der Haydn’schen Werke wählte Elisabeth Manns klangschöne Stücke, die zu den jeweiligen Lebensstationen des Komponisten passten, aus. Das Blockflötenensemble überzeugte bei der Darbietung.  

Halver - Das Flötenensemble und einige Pianisten überzeugten am Freitag mit einem Komponistenportrait über Joseph Haydn.

Von Jakob Salzmann

Joseph Haydn, der der Nachwelt ein umfangreiches Lebenswerk hinterließ, gehört zu den bekanntesten und populärsten Persönlichkeiten der Musikgeschichte. Er entstammte einfachen Verhältnissen, war Sängerknabe in Wien, Kapellmeister an den Adelshäusern Morzin und Esterházy – und feierte, als er im Alter von fast 60 Jahren die internationale Bühne betrat, in London Triumphe.

Zu Lebzeiten galt seine Musik als Maß aller Dinge, nach seinem Tod wurde sie – zu Unrecht - belächelt. Instrumental und verbal lebte Haydns Zeit, sein Leben und Wirken am Freitagabend im Kulturbahnhof in einem anregenden, famosen Komponistenporträt – dargeboten von Musikschülern aus der Klasse von Elisabeth Manns (Bezirksleiterin der Musikschule Volmetal) – auf. Wie Puzzleteile fügten sich ausgewählte Werke, Geschichten, Anekdoten, Daten und Fakten aus Haydns Leben zu einem runden, stimmigen Ganzen. Nicht nur den genialen Komponist und perfekten „Handwerker“, auch einen humorvollen Menschen, der immer zu Späßen aufgelegt war, lernten die vielen Besucher – unter ihnen Halvers Ehrenbürger Werner Turck und Alt-Bürgermeister Hans-Jürgen Kammenhuber – in den ebenso fundierten wie kurzweiligen Ausführungen von Elisabeth Manns kennen.

Vor allem die kleinen, feinen Geschichten, die hinter den Fakten und Lebensstationen steckten, machten die Wortbeiträge zwischen den Musikstücken so anregend und originell. Von der feierlichen Hymne „Gott erhalte Franz den Kaiser“, als Geburtstagsständchen für den österreichischen Kaiser Franz II. geschrieben und später zur Nationalhymne der Deutschen erhoben, rollte Elisabeth Manns ihren charmanten Streifzug durch Haynds Leben auf. Als Ausführende widmeten sich die Pianisten Antonia Burgard, Tamara Gunkel, Henriette Kurz und Tilo Völzke sowie das Blockflötenenensemble stilsicher und einfühlsam Haydn’schen Werken. Im Zeitraffer zog Haydns Leben in illustren Textbeiträgen vorüber. Dass der Komponist von jedermann liebevoll Sepperl genannt wurde und seinen Geburtstag um einen Tag vorverlegte („Ich will nicht, dass die Leute meinen, ich sei ein Aprilscherz“), war da zu hören. Scherzhaft, wie er von Natur aus war, tauschte er seinen Geburtstag am 1. April kurzerhand gegen den 31. März aus.

Was es mit den Vogelstimmen in der Kindersinfonie auf sich hat, warum Haydn Zeit seines Lebens eine Vorliebe für die Pauke hegte, wie sehr Mozart „Papa Haydn“ verehrte und vieles mehr, was nicht in Werkverzeichnissen steht, erfuhren die begeisterten Besucher. Ebenso, dass Haydn sich das Komponieren selbst beibringen musste und eine sehr unglückliche Ehe führte. „Sie hat keine Qualitäten. Ihr ist es gleichgültig, ob ihr Mann Schuster oder Künstler ist“, beklagte er sich bitterlich. Aus der Vielzahl der Haydn’schen Werke wählte Elisabeth Manns mit sicherer Hand klangschöne Stücke, die zu den jeweiligen Lebensstationen des Komponisten passten, aus. Vom galanten Menuett bis zum berühmten Chor „Die Himmel erzählen“ aus dem Oratorium „Die Schöpfung“ – eindrucksvoll vom Blockflötenensemble dargeboten – reichte das Programm. Spieltechnisch versiert und spielfreudig meisterten junge und erwachsene Musikerinnen und Musiker ihren Part. Für die Bewirtung sorgte der Förderverein in bewährter Manier.

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