Kurvige Strecke

Viele Motorräder auf der K3 - Anwohner sind genervt

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Das Motorradaufkommen auf der K 3 strapaziert die Nerven der Anwohner.

Halver - „Das dauert mir zu lange“, sagt Wolfgang Beisenbusch. „Die Saison hat längst begonnen.“ Die Kreisstraße 3 zwischen Anschlag und Schwenke wird viel von Motorradfahrern genutzt - und die Anwohner sind genervt.

Die Kreisstraße 3 zwischen Anschlag und Schwenke als Geheimtipp für Motorradfahrer zu bezeichnen, trifft die Sache längst nicht mehr. Das Zweiradaufkommen auf der Strecke nicht nur an sonnigen Wochenenden strapaziert die Nerven der Anwohner. 

Beisenbusch hat alle Nachbarn gefragt. Im September überreichte er eine Unterschriftenliste im Rat an Bürgermeister Michael Brosch und begründete seinen Antrag, die Verkehrssituation zu entschärfen. Doch der Märkische Kreis als zuständige Behörde hält sich bedeckt. 

Polizei: Unfallsituation ist unauffällig

Bereits einen Tag nach der Berichterstattung durch den Allgemeinen Anzeiger habe die Polizei eine Aufstellung aller Unfälle auf der K 3 zwischen den Einmündungen der B 229 und der Landesstraße 284 (Richtung Wipperfürth) vorgenommen. Zusammenfassend sei festzustellen, dass die Unfallsituation „auch im Vergleich zu ähnlichen Straße als unauffällig“ bezeichnet werden konnte, heißt es im Schreiben des Kreises an den Antragsteller. 

Geschwindigkeit soll gemessen werden

Beabsichtigt sei aber, während der Motorradsaison von April bis Oktober an mehreren Stellen verdeckte Langzeitgeschwindigkeitsmessungen mittels Seitenradar-Messgerät vorzunehmen und dies auch am Wochenende. Bürgermeister Michael Brosch habe seine Unterstützung zugesagt. 

Für Standortanregungen sei man offen, und nach Auswertung der Ergebnisse werde man über den Antrag entscheiden, so die Zusage. Aber eben auch: „Sofortmaßnahmen waren nicht zu ergreifen.“

Den Anwohner geht das zu langsam

Beisenbusch allerdings geht das zu langsam und nicht weit genug. Im nahen Oberbergischen im Bereich Radevormwald seien in dieser Saison bereits zwei Motorradfahrer gestorben. Weitere wurden schwer verletzt. 

„Das Thema scheint in der Politik nicht angekommen zu sein“, sagt er im AA-Gespräch. „Hier wird es irgendwann knallen“, hatte es Beisenbusch im September vor dem Rat formuliert. Es sei allein die Frage des Wanns.

Bei der Frage nach der Unfallwahrscheinlichkeit spielt aus seiner Sicht auch die schiere Menge eine Rolle. 280 Motorräder pro Stunde seien an einem Wochenendtag durchaus realistisch. Damit seien aber Gespräche auf der Terrasse kaum noch möglich. 

Fehlendes Tempolimit

Dabei war Beisenbusch in der Halveraner Politik eigentlich auf offene Ohren gestoßen. Angesprochen wurden im Rat der Verlust an Lebensqualität für die Anwohner und die Gefährdungslage angesichts fehlender Tempolimits. 

Zwischen Anschlag und Schwenke gilt Tempo 100. Und das Bild vor Ort zeigt, dass dies von einem Teil der Fahrer abschnittweise auch genutzt wird. Problem der K 3 aber ist, dass sie schmal ausgebaut, kurvig und zum Teil unübersichtlich ist. Die schnellen und lauten Maschinen teilen sich den etwa fünf Meter breiten Asphalt mit Fahrradfahrern, Treckern, Autos und Fußgängern.

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