Heiraten in Halver

Die Hochzeit und ihre Möglichkeiten - Pfarrer im Gespräch

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Die kirchliche Hochzeit ist für das Brautpaar an gewisse Bedingungen geknüpft.

Halver - Kirchliche oder freie Trauung? Oder doch nur das Standesamt? Das ist die Frage, die sich Paare stellen, wenn sie sich das Ja-Wort geben. Eins ist klar: Die standesamtliche Trauung ist in Deutschland unumgänglich.

In Halver haben sich im vergangenen Jahr 74 Paare das Ja-Wort gegeben. Das sind die Zahlen vom Standesamt Halver. Zumindest in Bezug auf die Stadt im Grünen sind die Zahlen der Eheschließungen rückläufig. Waren es im Jahr 2000 noch 94 Hochzeiten, gaben sich 2009 nur noch 80 Paare das Ja-Wort und auch zehn Jahre später hält der nach unten gehende Trend an. 

Doch unabhängig davon, wie viele Leute sich in Halver das Ja- Wort geben, für Braut und Bräutigam ist der Tag ganz besonders und bietet viele Möglichkeiten. Vor allem das Jahr 2020 bietet aufgrund der besonderen Zahlenkombination viele Gelegenheiten. Aber auch generell gibt es viele „besondere“ Tage, um sich zu trauen. Beispielsweise den Weltglückstag (20. März), den Tag des Kusses (6. Juni) oder auch den Tag des Lächelns (2. Oktober). 

Wiederum andere Paare orientieren sich daran, an welchen Tagen prominente Paare den Bund der Ehe schlossen. Als Beispiele dafür dienen Prinz William und Herzogin Kate (29. April), David und Victoria Beckham (4. Juli) oder Andre Agassi und Steffi Graf (22. Oktober). 

Trauen in einem Gotteshaus

Wenn es nicht bei einer standesamtlichen Hochzeit bleiben soll und sich das Paar in einem Gotteshaus trauen möchte, gibt es einige Dinge zu beachten. Dies gilt vor allem, wenn Braut und Bräutigam verschiedenen Konfessionen angehören. Volontär Julian Witzel fragte bei den Pfarrern vor Ort nach. 

Welche Voraussetzungen müssen geschaffen werden, um eine kirchliche Hochzeit zu feiern? 

„Grundvoraussetzung ist, dass die Paare zuvor staatlich getraut wurden, um sich auch kirchlich trauen zu lassen. Zudem muss mindestens ein Teil des Brautpaars evangelisch getauft sein und der andere muss sein Einverständnis geben, dass dieser auch seinen evangelischen Glauben während der Ehezeit ausleben darf“, erklärt Pfarrer Christoph Dickel von der Evangelischen Kirchengemeinde Halver. Bei der katholischen Kirche dürfen die Eheleute zudem nicht zuvor bereits in der Kirche vor den Traualtar getreten sein, erklärt Pfarrer Claus Optenhöfel von der Katholischen Kirchengemeinde Christus König. „Auch wenn ein Protestant bereits eine standesamtliche Trauung zuvor vollzogen hatte, dürfte er nicht mehr in einem katholischen Gotteshaus getraut werden, da er nach katholischem Glauben bereits ein Sakrament eingegangen ist“, führt Pfarrer Claus Optenhöfel weiter aus. 

Was ist, wenn Braut und Bräutigam nicht derselben Religion angehören? 

Bei Christen ist eine kirchliche Trauung auch möglich, wenn die Braut oder der Bräutigam einer anderen Religion angehört, zum Beispiel dem Islam oder dem Hinduismus. Das gilt auch, wenn einer von ihnen nicht getauft oder aus der Kirche ausgetreten ist. „Aber es muss klar festgelegt sein, dass der katholische Christ seinen Glauben weiter ausleben darf“, erklärt Optenhöfel. 

Wann ist eine zweite Hochzeit möglich? 

In der evangelischen Kirche ist nach einer Scheidung eine Eheschließung möglich. Dies liegt allerdings im jeweiligen Ermessensspielraum des Pfarrers. „Ich persönlich bin da sehr zurückhaltend “, sagt Dickel. In der katholischen Kirche ist dies, wie bereits erwähnt, nicht möglich. 

Wie sieht es mit gleichgeschlechtlichen Ehen aus? 

Vor dem Gesetz sind gleichgeschlechtliche Ehen mittlerweile erlaubt. In der evangelischen Kirche gab es im vergangenen Sommer eine große Diskussion dazu. Im November 2019 wurde im Rahmen der Landessynode eine Entscheidung getroffen, dass die Paare genauso getraut werden, wie es das staatliche Eherecht anerkennt. Bis zu diesem Zeitpunkt war nur eine Segensfeier möglich. „Ich würde weiterhin keine Trauung bei Homosexuellen durchführen und verweise dann auf den Superintendanten, sodass dieser einen Pfarrer findet, der die Eheleute in unserer Kirche traut“, sagt Christoph Dickel. 

Der Ring besiegelt eine Ehe.

In der katholischen Kirche sind gleichgeschlechtliche Ehen ebenso wie im Islam nicht erlaubt. „Wir halten als Weltkirche erst einmal daran fest. Allerdings erleben wir ja faktisch, dass sich das Weltbild grundlegend ändert. Ich bin da durchaus gesprächsbereit und versuche, als Alternative eine andere Art der Feier anzubieten“, erklärt Optenhöfel. 

Welche Hochzeit war besonders originell oder außergewöhnlich? 

Für Claus Optenhöfel wie auch für Christoph Dickel ist jede Eheschließung besonders. „Ich möchte da keine hervorheben. Wichtig ist mir nur, dass die Leute sich an dem Tag so verhalten, wie sie auch sonst sind und sich nicht verstellen. Wenn sie beispielsweise mit der Liturgie nichts anfangen können oder mit einzelnen Glaubensfragen nicht einverstanden sind, kann das bereits im Vorgespräch angesprochen werden“, meint Claus Optenhöfel.

Ambientetrauungen in Halver

In Halver ist nicht nur das Heiraten im Standesamt im Rathaus möglich. Die Stadt bietet auch sogenannte Ambientetrauungen an. Diese finden in der Heesfelder Mühle und in der Villa Wippermann statt. Für die Hochzeiten in der Heesfelder Mühle legt das Standesamt bestimmte Termine von Mai bis Oktober fest. Für 2020 sind das Folgende: 16. Mai, 20. Juni, 18. Juli, 22. August, 19. September und  10. Oktober. 

Die standesamtlichen Trauungen in der Villa Wippermann an der Frankfurter Straße können nach Absprache stattfinden – in der Regel unter der Woche zu den Öffnungszeiten der Villa.

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