Großtagespflege in der Diskussion

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Halver - Eine politische Mehrheit für eine zweite Großtagespflege in der Stadtdirektoren- und künftigen Kindervilla ist zurzeit nicht in Sicht. Möglich wäre sie jedoch schon.

Eine entsprechende Überlegung hatte Bürgermeister Michael Brosch mit Blick auf fehlende Betreuungsplätze für unter Dreijährige angestellt. Eine Großtagespflege darf bis zu neun Kinder aufnehmen, in der Regel in dieser Alterslage. Bei einer zweiten Großtagespflege wären es mithin 18 Plätze für Kleinkinder, was die Versorgungssituation in Halver deutlich verbessern würde. 

Aus Sicht von vier Fraktionen im Rat erscheine es allerdings sinnvoller, die städtische Immobilie an der Mittelstraße auf unterschiedliche Weise zu nutzen. Der Antrag von CDU, Grünen, UWG und FDP zielt darauf, in den Räumen neben einer Großtagespflege ein Angebot der offenen Kinderarbeit zu installieren. 

Die erste Idee, das Angebot im ersten Obergeschoss einzurichten, wäre allerdings mit erheblichen Mehrkosten verbunden. Aktuell ist die Idee, das offene Angebot ins Erdgeschoss zu verlegen, das bereits barrierefrei erreichbar ist. Die konzeptionelle Ausrichtung der Kindervilla ist allerdings auch entscheidend für die baulichen Maßnahmen. 

Klare räumliche Trennung zwischen zwei Tagespflegen

Eine zweite Großtagespflege sei in dem Gebäude durchaus denkbar, sagt Matthias Sauerland, Fachdienstleiter der Jugendförderung des Märkischen Kreises. Zwischen den beiden Tagespflegen müsste dann aber eine klare räumliche Trennung vorgenommen werden, was auch für mögliche Außenspielflächen gelte. 

Die Überlegung dahinter: Durch eine Verbindung der Tagespflegen entstehe die Charakteristik einer Kindertageseinrichtung. Das aber ist nicht gewünscht. So müsse in der Tagespflege eine klare Zuordnung der Kinder zu einer der Tagespflegepersonen erhalten bleiben. Dies beispielsweise sei in der Kita nicht der Fall. Handlungsbedarf in Sachen Betreuung Dass Handlungsbedarf besteht, was die Betreuung von Kleinkindern angeht, liege aber auf der Hand.

Versorgungsquote ist gering

Im Zuständigkeitsbereich des Märkischen Kreises sei die Versorgungsquote gering. Auf der anderen Seite steige die Nachfrage gerade in der Alterslage der unter Zweijährigen. Wie sich die Großtagespflege letztlich organisatorisch aufstelle, sei offen, erläuterte Sauerland weiter. 

In der Regel werden sie privat von eigens qualifizierten Tagespflegepersonen geführt. Doch das Kreisjugendamt spricht auch mit Trägern der Jugendarbeit, die dann als Arbeitgeber für angestellte Tagesmütter auftreten würden – kreisweit wäre ein solches Modell Premiere, sagt der Fachdienstleiter.

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