Mitreißende Rhythmen

Die Musiker verwandelten die Nicolai-Kirche in einen afrikanischen Feier-Gottesdienst. ▪ Domke

HALVER ▪ Eines ist sicher: Die Mauern der Nicolai-Kirche sind auch nach mehr als 230 Jahren noch stabil. Denn diese wurden am Sonntagabend auf ihre Stabilität hin geprüft und haben den Test bestanden.

Allerdings waren es keine Ingenieure, die prüften, sondern eine Musikgruppe aus Tansania, besser gesagt, die Upendo-Group. Acht Musiker verwandelten die evangelische Kirche in einen afrikanischen Feier-Gottesdienst. In Gewändern in den Nationalfarben brachten die acht Sängerinnen und Sänger zusammen mit Keyboard, Bass und Trommeln den afrikanischen Soul und mitreißende Rhythmen in das Gotteshaus.

Und wie so oft ist es dem Zufall zu verdanken, dass die Upendo-Group auf der Halveraner Bühne stand. Hans Joachim Kenkel aus Oberbrügge verbrachte ein Jahr in Tansania. Zurück in Deutschland lernte er in Wuppertal Mbilu aus Tansania kennen, mit dem er sogleich einen Plausch hielt. Im Gespräch kam man schließlich auf eben diese Gruppe zu sprechen, die momentan durch deutsche Kirchen tourt, um Geld für den Aufbau einer Einrichtung für verarmte und verwaiste Kinder in Dar es Salaam, der ehemaligen Hauptstadt Tansanias, zu sammeln. Mbilu, der fließend Deutsch spricht, unterstützt die Musiker dabei, vermittelt Orte für die Auftritte und hilft, die sprachlichen Probleme zu beheben.

Probleme, die es in der Musik nicht gibt. „Die Musik ist unsere gemeinsame Sprache, die jeder versteht. Wir sind hier, um Jesus zu danken und zu preisen. Die Sprache spielt dabei keine Rolle“, stellte Mbilu während des Konzerts klar. Und so war es dann auch. Waren die Texte der Lieder zumeist in landeseigenen Sprachen zu hören, gab es doch ein Wort, was jeder sofort verstand und Barrieren zunichte machte: Halleluja!

Das zunächst noch etwas zurückhaltende Publikum, hielt nach dem dritten Lied nichts mehr auf den Bänken. Es wurde nach Herzenslust getanzt, gesungen und mitgemacht. Hätte man die Augen geschlossen, so wäre die heiße Sonne Afrikas auf der Haut zu spüren gewesen. Mit viel Rhythmusgefühl und unglaublich klangreichen, warmen Stimmen begeisterten die Musiker jeden Besucher. Leidenschaftlich sangen sich die Musiker nahezu in Ekstase und das Publikum würdigte das Konzert mit tosendem Applaus. Und hätte man die Bänke weg geräumt, die Besucher hätten mit Sicherheit das Kirchenschiff zur Tanzfläche erklärt. ▪ Friederike Domke

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