„Jede helfende Hand ist wichtig“

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Erika Ostmeyer (rechts) und Christoph Böckenkamp kontrollieren bei der Abholung die Qualität der Lebensmittel. Nicht mehr verzehrfähige Sachen werden direkt aussortiert.

Halver - „Das muss schon ordentlich organisiert sein. Es gibt feste Routen und Zeiten“, sagt Rolf Rafflenbeul, der den Sprinter des gemeinnützigen Vereins „Schalksmühler Tafel“ fährt. Jeden Tag sind die Mitarbeiter unterwegs und sammeln bei Supermärkten Lebensmittel für bedürftige Familien.

„Die Nahrungsmittel werden von den Unternehmen sowieso entsorgt, aber die meisten Lebensmittel sind noch gut“, sagt Erika Ostmeyer, die mit geschultem Blick die Warenkörbe durchsucht. Eine erste Vorauswahl treffen die Mitarbeiter direkt an den Annahmestellen, die sich in der Regel an den Rampen der Wareneingänge der Supermärkte befinden. „Was nicht mehr zum Verzehr geeignet ist, werfen wir meist direkt vor Ort bei der Abgabe weg. Wir kontrollieren die Lebensmittel immer mehrfach“, ergänzt die erste Vorsitzende der Tafel.

Lebensmittel sammeln Rafflenbeul und ihre Helfer jeden Tag. Dabei hat das Team, das immer aus drei bis fünf Personen besteht, abgesprochene Zeiten, zu denen sie bei den kooperierenden Märkten sein müssen sowie eine festgelegte Route. Diese führt die Tafel-Mitarbeiter zu Lebensmittelmärkten nach Halver, Lüdenscheid, Breckerfeld und Hagen. „Wenn Not und Bedarf besteht, fahren wir auch schon mal bis Wipperfürth oder Dortmund“, sagt Ostmeyer. „Die Tafeln im Umkreis helfen sich natürlich auch gegenseitig aus“, ergänzt sie.

40 bis 50 Kisten mit Nahrungsmitteln, gefüllt mit Obst, Wurstwaren, Nudeln oder Süßigkeiten, kommen im Schnitt pro Tour zusammen. Der „Glücksbringer“, der Sprinter der Tafel, ist meist voll. Mit dem Engagement der kooperierenden Firmen sind die Mitarbeiter um Ostmeyer sehr zufrieden.

Die Lebensmittelausgabe der Tafel findet jeden Freitag von 15.30 bis 18 Uhr in der Ausgabestelle der Tafel an der Von-Vincke-Straße unterhalb des Bürgerzentrums „Am Park“. statt. Hier werden die gespendeten Nahrungsmittel abermals aussortiert und bis zur Ausgabe aufbewahrt. Die Mitarbeiter packen verschiedene Kisten, die für einen Unkostenanteil von 2 Euro von den bedürftigen Bürgern abgeholt werden können. „Ohne die Abgabe, die extra niedrig angesetzt ist, wäre die gemeinnützige Arbeit nicht machbar“, sagt Rafflenbeul. „Aktuell versorgen wir rund 100 Familien in Halver, die jede Woche bei uns vorbeikommen“, weiß Ostmeyer zu berichten. Dazu kommen weitere 57 Familien, die von der Tafel-Mitarbeitern in Schalksmühle versorgt werden.

Die Tafel in Halver sucht dringend noch weitere, ehrenamtliche Helfer. Christoph Böckenkamp, der zuletzt ein Jahr Bundesfreiwilligendienst (als „Bufdi“) bei der Tafel leistete, scheidet in diesem Monat aus. „Wir verlieren damit einen fleißigen Mitarbeiter“, sagt Erika Ostmeyer, die bereits zwei neue Bufdi-Stellen beim Bundesverband der Tafeln beantragt hat. Allerdings werde sich die Entscheidung hierfür noch hinauszögern. „Jede helfende Hand, gerade bei den Transporten, ist notwendig“, so Erika Ostmeyer, die für Informationen und bei Rückfragen unter der Telefonnummer 01 73/ 8 00 90 25 zur Verfügung steht.

Von Benny Finger

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