Missbrauchsprozess: 15-Jährige sagt aus

HALVER ▪ Im Missbrauchsprozess gegen einen 44-jährigen Halveraner hat die 15-jährige Tochter seiner Lebensgefährtin die Vorwürfe am Montag im Wesentlichen bestätigt.

Die halbstündige Vernehmung sei „sehr schwierig“ gewesen, sagte Opferanwalt Dominik Petereit nach der Verhandlung. Das Mädchen habe eine große Scham gezeigt, gewisse sexuelle Sachverhalte und die damit verbundene Anatomie auszusprechen. Details habe sie nur auf entsprechende Vorhalte bestätigen können, berichtete Petereit.

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Im Gerichtssaal war vor der Vernehmung umgeräumt worden. Der Zeugentisch wurde näher an die Richterbank gerückt, um die Förmlichkeit der Situation wenigstens ein bisschen zu mildern. Richter Marcus Teich stellte sich der Hauptbelastungszeugin schon vor dem Verhandlungssaal auf Augenhöhe vor und besprach mit ihr das, was sie im Gerichtssaal erwartete. Auf dem Weg in den Schwurgerichtssaal versteckte sich das verängstigte Mädchen dennoch hinter ihrer Betreuerin, die im Saal als Sichtschutz zwischen dem Mädchen und dem Angeklagten diente. Befragt wurde die 15-Jährige, die sich zur Unterstützung ein Kuscheltier mitgebracht hatte, ausschließlich vom Vorsitzenden Richter. „Ich bin überzeugt davon, dass sie die Wahrheit gesagt hat und dass das psychologische Glaubwürdigkeitsgutachten dies auch bestätigen wird“, sagte Opferanwalt Dominik Petereit. Dieses Gutachten soll die erfahrene Psychologin Cornelia Orth vom Institut für Forensische Psychologie in Wuppertal am Freitag vortragen. Dazu wurden weitere Zeugen geladen: ein Jugendamtsmitarbeiter sowie die Klassenlehrerin und Betreuer aus der Kinderschutzeinrichtung in Iserlohn, in der das Mädchen derzeit lebt.

Vor der Vernehmung des Mädchens hatte eine Kinderärztin des Klinikums Lüdenscheid berichtet, dass das Mädchen auch ihr von sexuellen Übergriffen des Stiefvaters berichtet hatte. Sie bestätigte, dass sie das Mädchen wegen Blutergüssen am Arm und am Bein behandelt hatte.

Die Verhandlung wird entgegen der ursprünglichen Planung nicht heute, sondern erst am Freitag fortgesetzt. Das Urteil wird voraussichtlich am 20. März verkündet. ▪ thk

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