In Halver zu Gast

Ministerpräsidentin lobt Engagement Werner Turcks

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NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft trug sich auch in das Goldene Buch der Stadt Halver ein.

HALVER ▪ Für die Stadt, insbesondere jedoch für die mehr als 1000 Mitarbeiter der Firma Turck in Halver war der Donnerstag ein ganz besonderer: Der Turck-Neubau am Kirchlöher Weg wurde offiziell seiner Bestimmung übergeben.

Und zu den etwa 700 Gästen aus dem In- und Ausland gehörte auch NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD), deren Rede einer der Höhepunkte des Festakts war.

Es war ein eng gesteckter Zeitplan, in dem sich Kraft bewegte: 11 Uhr Ankunft, 11.45 Uhr Rede, 12.30 Uhr Eintrag ins Goldene Buch der Stadt. Dazu lächeln, winken, wirken – es gibt Politiker, denen der Stress bei solchen Veranstaltungen anzumerken ist. Nicht so Hannelore Kraft: Vor Ort wird schnell deutlich, warum die erste Frau Nordrhein-Westfalens als „Ankommerin“ gilt, als sympathisch. Ihr Rezept: Authentizität. Und davon versprühte sie auch gestern in Halver eine Menge.

In ihrer Rede anlässlich der Neubau-Einweihung gelang ihr der große Bogen vom unternehmerischen Wirken Werner Turcks über die Bedeutung von Bildung und Ausbildung für die Innovationskraft eines Landes bis hin zur Energiewende, an der die Elektroindustrie einen entscheidenden Anteil hat. Doch blickte sie zunächst auf den Stellenwert einer Firma wie die Werner Turcks: „Solche Familienunternehmen haben unseren Begriff der sozialen Marktwirtschaft geprägt“, sagte Hannelore Kraft, die auch die Verantwortung des Unternehmers für seine Mitarbeiter hervorhob. Denn um international eine marktführende Rolle übernehmen zu können, seien gut ausgebildete junge Menschen notwendig, denen eine Perspektive geboten werden müsse.

Einweihung des Turck-Neubaus mit Hannelore Kraft

Das Unternehmen Turck sei in dieser Hinsicht vorbildlich aufgestellt. Der Stellenwert der Mitarbeiter spiegele sich auch in deren Leistung wider: „Innovativ können nur die sein, die sich sicher und geborgen fühlen“, betonte Kraft, die ihre Rede nicht ohne einen Ausblick auf weitere kommende Aufgaben ihrer Politik beendete. So räumte sie ein, in Sachen Energiewende Zeit verloren zu haben. „Da haben wir in der Politik eines nachzuarbeiten.“ Deutlich machte die Ministerpräsidentin, dass für sie nicht nur die Fragen der Energieerzeugung und des Netzausbaus, sondern auch die Förderung von Energieeffizienz eine hohe Bedeutung hat. Doch überlagerten die politischen Aspekte nicht den eigentlichen Grund des Ministerpräsidentinnen-Besuchs: Und so wünschte sich Hannelore Kraft abschließend, dass das Modell familiengeführter Unternehmen – wie sie es bei der Firma Turck vorfindet – weiter in die Welt hinausgetragen wird. „Das ist die Stärke des Standorts Halver, Nordrhein-Westfalen und Deutschland.“

In Fachkreisen nicht minder prominent ist Friedhelm Loh: Der Vorredner Krafts ist Präsident des Zentralverbandes der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) und zugleich Vizepräsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI). Loh zeigte sich überwältigt vom Neubau Turcks und lobte den Unternehmer für seinen Optimismus, „der deutlich macht, dass Sie Verantwortung übernehmen“. Werner Turck setze weiter auf den Standort Deutschland, ohne die Bedeutung der Auslandsmärkte aus den Augen zu verlieren. Immerhin beschäftigt das Unternehmen in 27 Ländern mehr als 3500 Menschen. Zudem habe Turck am Kirchlöher Weg ein Gebäude geschaffen, „in dem Lernen Spaß macht. Gott sei Dank für das Geleistete an diesem Standort“, so Loh.

Der Protagonist selbst freute sich freilich über die vielen lobenden Worte, leitete sie aber gleich zu Beginn des Festakts an seine Mitarbeiter weiter. „Sie leisten seit Jahren wertvolle Arbeit“, so Werner Turck, der die Investition in einen 13 500 Quadratmeter großen Neubau als „Werk für die Zukunft“ bezeichnete. „Wir schaffen heute Raum für die Entwicklung und Produktion von morgen.“ Mit dem Neubau stehe man nicht nur zum Standort Halver, sondern wolle man auch durch gezielte Ausbildung dem Fachkräftemangel begegnen. Für die Umsetzung der Grundgedanken Turcks zeichnet Betriebsleiter Stefan Schmidt verantwortlich, dem Werner Turck symbolisch den Schlüssel zur neuen Produktionsstätte übergab. ▪ Frank Zacharias

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