Sanierungen auf den Weg gebracht

Millionenpaket für Halvers Straßen

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Es wird gebaut: An vielen Stellen im Stadtgebiet sollen die Straßen saniert werden

Halver - Immer mehr Straßen in Halver werden saniert. Auf insgesamt 2,3 Millionen Euro beläuft sich die Summe der Kosten einiger Maßnahmen sowohl im Zentrum, als auch im Außenbereich der Stadt.

Im Ausschuss für Öffentliche Einrichtungen am Dienstagabend im Kulturbahnhof wurden alle Projekte einstimmig beschlossen und dem Rat, der am 17. Juni tagt, übergeben. Eine Übersicht:

Krause Buche 

476 000 Euro wird das Projekt kosten, auch den nächsten Teilabschnitt der Straße mit einer Länge von 800 Metern zu sanieren: von Schöneberge ausgehend über das Streitstück bis zur Gemeinde Schalksmühle. Im Ausschuss für Öffentliche Einrichtungen am Dienstag waren zwei Mitarbeiter der Ingenieurgesellschaft Patzke aus Soest, die die Arbeiten vornehmen werden, anwesend. Ausgebaut werden soll die Straße nur in der vorhandenen Breite, inklusive einer neu gebauten Wassermulde. 

Unter Vollsperrung wird die Straße abschnittsweise saniert. Vorgesehen ist die Maßnahme von Juli bis September. Vonseiten der SPD-Fraktion kam die Nachfrage, wie die Entwässerung die Kosten beeinflusst. Die Antwort war auf dem ersten Blick ernüchternd: bis zu 15 Prozent Kostensteigerung. 

Aber ohne eine ordentliche Entwässerung könne man keine Straße bauen, hieß es von den Experten hinsichtlich auch der Tatsache, dass sich an manchen Stellen das Wasser immens staue. „Das Problem ist erkannt und wird gelöst“, sagte Michael Schmidt, Leiter des Fachbereichs Bauen und Wohnen. Das abgeleitete Wasser werde auch nicht gesammelt, sondern über die gesamte Straßenlänge fortwährend abgeleitet. Saniert wird laut Planung nur die Deckschicht. Die Tragschicht wird nur erneuert, wenn bei Öffnung der Decke ein Mangel an der unteren Schicht festgestellt wird. 

Ein kompletter Neubau wäre in den Kosten nicht abbildbar, man wolle aber auch die Schicht nutzen, die noch in Ordnung ist. Vonseiten der Ausschussmitglieder gab es Bedenken, dass erst bei der Maßnahme Mängel festgestellt werden, die die Kosten in die Höhe treiben könnten. Die Projektkosten seien belastbar, hieß es vonseiten der Ingenieure. „Es gibt keinen Grund, an der Kostenberechnung zu zweifeln.“ 

Weitere Hinweise gab es vonseiten der CDU-Fraktion und der Grünen hinsichtlich des Tempolimits in Höhe Schöneberge. Es solle mit dem Kreis kommuniziert werden, dort, wo Menschen leben, die Geschwindigkeit zu reduzieren. Da im Zuge der Fahrbahndeckensanierung für einen befristet Zeitraum ohnehin ein Tempolimit gilt, soll mit dem Kreis über eine dauerhafte Lösung gesprochen werden, auch wenn man sich auf einer Landstraße befindet. Konsens bestand darüber, dass auch dieser zweite Bauabschnitt erfolgen soll.

Gehweg Falkenstraße

Die Anlieger werden sich freuen, sagte Kämmerer Markus Tempelmann zum Neubau eines Gehwegs und der Erneuerung der vorhandenen Fahrbahndecke. Bisher gibt es nur auf der linken Seite einen gepflasterten Gehweg mit Hochbord. Nun folgt auch die rechte Seite inklusive Beleuchtung und Absenkungen für Grundstücksauffahrten. 

Zwei waren je Grundstück vertraglich festgesetzt, jetzt können die Stellplätze auch von den Hausbesitzern geplant werden, wenn sicher ist, dass es Zufahrten geben wird. Auch die Fahrbahndecke wird erneuert. Insgesamt wird die Straße 5,5 Meter breit werden, sodass auch Winterdienst und Müllabfuhr problemlos die Falkenstraße befahren können. 

Vorhandene Schachtdeckel werden in die Straße eingelassen, so dass man sie beim Überfahren nicht mehr spürt. Parkplätze werden nachträglich durch Markierungen auf der Straße ausgewiesen. 310 000 Euro werden insgesamt für die Arbeiten fällig. Weitere Überlegungen aus den Fraktionen kamen zum ersten Stück des Gehwegs vom Zaunkönigweg kommend. 

Gebaut werden sollen sowohl Gehweg, als auch Straße erst ab dem ersten Grundstück. Bis dort hin gibt es bereits einen Gehweg, der aufgrund des vorhandenen Budgets nicht mit einbezogen wurde. Weil dieser jedoch oft genutzt werde, aber in Höhe der Glascontainer für Kinder schlechte Sicht auf die Straße gewährleiste, soll geprüft werden, ob man den Gehweg nicht noch ergänzt und direkt mit erneuert. Vor allem für kleine Kinder könnte das einen hohen Nutzen haben, die so besser gesehen werden können.

Querungshilfe Heerstraße

Für Fußgänger wird es einfacher, vom Neuen Herweg zur Karlshöhe und weiter Richtung Innenstadt zu kommen. Zwei Querungshilfen sollen es ermöglichen. Eine wird sich auf der Frankfurter Straße und eine auf der Heerstraße befinden. 

Geschehen wird das im Zuge der vorgesehenen Straßensanierung der Heerstraße durch Straßen.NRW. Ergänzt werden die Überwege durch Straßenbeleuchtung. Um überhaupt sicher zu der Querungshilfe vom Neuen Herweg zu kommen, wird auch der Fußweg erneuert und wesentlich breiter. 

Die Fahrbahn wird dadurch verringert. Während die Fahrbahndeckensanierung durch den Landesbetrieb finanziert wird, fallen 50 000 Euro für die neuen Pläne der Stadt an. Begonnen werden soll mit der Maßnahme voraussichtlich im Frühjahr 2021. 

Die Mitglieder im Ausschuss sehen diese Maßnahme als wichtig an und waren einer Meinung. Wenig Bedenken gab es bezüglich der Fahrbahnreduzierung. Jedoch sei die verbleibende Breite von fünf Metern ausreichend für Abbieger. 

Hoffnung gab es noch aus den Reihen der Grünen auf eine mögliche Verkehrsberuhigung durch die Querungshilfen. In diesem Zuge wurde ein weiteres Mal auf die vermehrten Unfälle in der Kurve aus Kierspe kommend verwiesen. Den Vorschlag, ein weiteres Mal auf eine Geschwindigkeitsreduzierung zu drängen, wies man seitens der Stadtverwaltung ab. 

Christoph Stillger sagte, man solle den Bogen nicht überspannen, weil Straßen.NRW sich aktuell sehr kooperativ zeige. „Der Vorschlag ist vielleicht zu fordernd.“

Ringstraße und Ohler Weg

Zwei ähnliche Maßnahmen in zwei Straßen, die jedoch unterschiedlich aufwendig sind. Die Fahrbahndecken werden auch in den Straßen Ohler Weg und Ringstraße saniert. Die Ringstraße sei besser intakt, als der Ohler Weg, führte ein Mitarbeiter der Ingenieurgesellschaft Patzke aus. Deshalb werde auch mit dem Ohler Weg in zwei Arbeitsschritten begonnen.

Im ersten werden alle Schächte saniert, im zweiten Schritt die Fahrbahndecke. Dabei wird die Straßenbreite teilweise verkleinert. Zudem wird der Gehweg erneuert. Diesbezüglich gab es Fragen vonseiten der CDU. 

Andreas Hesse stellte die Frage, ob für Anlieger Beiträge anfallen könnten und ob es sich um einen Erstausbau handele. Dem konnte man widersprechen. Bei der jetzigen Planung fallen keine Beiträge an, weil nur Teilbereiche des Gehwegs und nicht der gesamte Fußweg erneuert wird. Dann hätten Beiträge anfallen könnte. Angesicht der Corona-Krise sei man einmal mehr froh, diese Kosten Anwohnern ersparen zu können, hieß es vom Ausschussvorsitzenden Martin Kastner (SPD). 

Für den Ohler Weg fallen 634 000 Euro und für die Ringstraße 660 000 Euro an. Von Mitte August bis Ende November ist das Projekt geplant. Auch in Hinblick darauf, dass sich die Baustelle nicht mit der Baumaßnahme der Wohnungsgesellschaft Halver-Schalksmühle (WHS) überschneidet.

Bocherplatz (Rettungswache)

Bisher ist die Zufahrt zum Platz, an dem im Frühjahr die neue Rettungswache gebaut werden soll, ein Parkplatz, vorzugsweise für Wanderer. An der Kreuzung wird vom Märkischen Kreis ein Kreisverkehr errichtet. 

Die Straße vom dort hin zur Rettungswache jedoch ist in kommunaler Hand und wird daher von der Stadt in den nötigen Zustand versetzt. Die Kosten für den Ausbau werden jedoch vom Kreis refinanziert. Die Kosten betragen 280 000 Euro. Weil die Mittel dieses Jahr von der Stadt gestellt werden müssen, dienen zur Deckung der Kosten die Pläne zur Barreirefreiheit im Lern- und Begegnungszentrum sowie in der Humboldtschule. 

Die Projekte an der Ringstraße und Ohler Wegwerden ins kommende Jahr verschoben, mit der Hoffnung, Fördermittel im Zuge des Dorferneuerungsprogramms nutzen zu könne.

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