Militärfahrzeugfreunde campieren am Collenberg

Das war mehr als eine Spritztour: Wenn die Militärfahrzeugfreunde mit ihren Wagen querfeldein fahren, dann wird’s so richtig dreckig und nass. Vor allem die kleinen Besucher fanden das super. ▪ Schönwies

HALVER ▪ Wer am vergangenen Wochenende auf der Landstraße L528 unterwegs war, konnte die Zeltspitzen des Militärcamps der Militärfahrzeugfreunde Halver-Collenberg erspähen. An drei Tagen campten sie dort – und ließen Schlamm, Matsch & Co. hochfliegen.

„Zwei Mal im Jahr treffen wir uns in Halver für drei Tage. Diesmal haben wir eine Überraschungsausfahrt zum Bremecker Hammer unternommen,“ erzählt Mike Höngen, der sein Grundstück für das Spektakel immer zur Verfügung stellt. Abends grillten sie beim gemütlichen Zusammensein ein Spanferkel. „Geschlafen wird in unseren Zelten oder in Autos.“ Ansonsten treffen sie sich fünf bis sechs Mal jährlich in Luxemburg, Belgien und Holland.

„Auf meinem Grundstück findet die Veranstaltung zwar statt, aber ich bin hier nicht der Chef. Wir sind gleichberechtigte Freunde, die besonders technikbegeistert sind“, erzählt Höngen. Vor zehn Jahren gründeten sich die Militärfahrzeugfreunde. Das Vorurteil, sie seien wegen unserer Fahrzeuge und Uniformen rechtsradikal, weisen sie dabei entschieden zurück, betont Höngen. Im Festzelt sei jeder willkommen, der sich das Treiben einmal selber ansehen möchte. „Die Leute sollen ein neues Bild von uns bekommen. Wer Interesse hat, kann bei uns vorbeikommen und einfach einmal reinschnuppern.“

Der Reiz liege darin, dass nicht jeder solche Fahrzeuge haben kann, fügt Dustin Raatz hinzu. Er erzählt, dass die 30 Fahrzeuge aus Holland, Belgien und ganz Deutschland bereits 1943 und 1945 sowie im Vietnamkrieg durchschnittlich 80 Tage zum Einsatz kamen. Die Armeen verkaufen die Fahrzeuge, wenn sie nicht mehr gebraucht werden können. Über Kontakte und Erfahrung ließe sich so ein Gefährt beschaffen. „Das gewisse Quäntchen Glück gehört aber auch dazu. Ich selbst habe vor zwei Jahren mein Fahrzeug, einen Siebentonner MAN KAT 1, aus dem Jahr 1978 mit 320 PS auf der Internetplattform Vebeg ersteigert. Dort gibt man sein Gebot an, ohne zu wissen, wie viel andere Teilnehmer bereit sind dafür hinzublättern“, sagt Raatz.

Ulrich Huperz ist mit seinem „Dodge Command Car“ ebenfalls mit von der Partie. „Es handelt sich dabei um ein über 70 Jahre altes Aufklärungsfahrzeug mit 76 PS. Seit dreißig Jahren befindet es sich in meinem Besitz“, erzählt er stolz. Für die jüngsten Besucher bot die Fahrt durch ein großes Schlammloch auf dem Campinggelände einen besonderen Spaß. Mit Schwung ging es durch die riesigen Pfützen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare