Milde Temperaturen locken Pflanzen aus dem Winterschlaf

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Rainer Gerull verkauft in seinem Blumenladen Tulpen und Primeln. Auch wenn das eigentlich nichts besonderes sei, so merke er schon, dass der „Run“ auf die Frühlingsblumen bei mildem Wetter deutlich zunehme.

Halver - Regenwolken und große Pfützen statt hoher Schnee und Rodelhänge – das Wetter ist derzeit alles andere als winterlich. Und bei Temperaturen um die zehn Grad denkt auch die Natur nicht mehr länger an einen Winterschlaf. Einige Frühlingsblüher schicken erste Grünstängel an die Luft. Doch der Frost wird kommen, sind sich Experten einig.

Aber auch dann, beruhigen die Halveraner Profis mit dem grünen Daumen, Rainer Gerull und Detlef Obendorf, müssen Hobbygärtner keine Sorge um bereits ausgetriebenes Grün haben. „Tulpen, Narzissen oder andere Frühlingsgewächse sollten vor dem nächsten Frost mit Tannenzweigen oder altem Laub abgedeckt und somit geschützt werden“, rät Obendorf, der in der Stadt im Grünen mit einem Garten- und Landschaftsbetrieb selbstständig ist. Er weiß um die Sorgen seiner Kunden, die derzeit um die blühende Farbenpracht im März oder April bangen.

„Am besten wäre es“, so Obendorf weiter, „wenn vor dem Frost noch Schnee fiele. Der schützt die ausgetriebenen Pflanzen und Gewächse nämlich wie eine Wolldecke vor Frostschäden.“ Gefährlich für Blüte und Blätter könne lediglich der sogenannte Kahlfrost werden. Der tritt ein, wenn in der Nacht extreme Minustemperaturen herrschen und am Tag die Sonne für Plustemperaturen und Tau sorgt.

„Dieses Wechselspiel macht dann auch schon mal den verfrühten Pflanzen zu schaffen“, so Obendorf, der gerade dann zu einem angemessenen Schutz durch Zweige oder Laub rät. Nicht verwechseln mit einem verfrühten Blühschub sollten Gartenliebhaber übrigens die Zaubernuss. „Dieser Strauch blüht immer im Dezember und ist kein verfrühter Frühlingsbote“, erklärt Obendorf.

Frühling herrscht derzeit auch in dem Geschäft von Rainer Gerull. Der Florist verkauft zwar in jedem Jahr schon ab Januar Tulpen und Primeln, die Nachfrage aber steige bei den ungewöhnlich warmen Temperaturen spürbar, so Gerull. „Die Leute haben Lust auf Frühling und Farbe im Haus“, ist sich Gerull sicher. Die meisten könnten auf einen Winter mit Frost und viel Schnee auch gut verzichten und lieber gleich in den Frühling starten.

Von Friederike Domke

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