Michaela Marx verärgert

Hundebesitzerin wehrt sich gegen Vorwurf

+
Michaela Marx mit ihren Parson-Russell-Terriern Knut und Cooper: Die Halveranerin äußerte sich im Gespräch mit unserer Zeitung überrascht von dem Polizei-Aufruf, der ihr galt.

HALVER - Es war eine Meldung, die bereits am Vorabend der Veröffentlichung in unserer Zeitung für Wirbel sorgte: „Polizei sucht Hundehalterin“, war im automatischen Ticker des Internetportals www.come-on.de zu lesen. Kurze Zeit später erhielt Michaela Marx den Hinweis einer Bekannten, zu zweifelhafter Berühmtheit gelangt zu sein. Denn bei Marx handelt es sich um eben jene gesuchte Frau. Und die ist nicht nur überrascht, sondern auch verärgert.

„Meine Bekannte sagte mir am Abend: Pass auf, morgen bist du in der Zeitung!“, erinnert sich Michaela Marx an den vergangenen Montag. Wie berichtet, hatte die Polizei einen Fahndungsaufruf nach einer circa 1,70 Meter großen Frau mit „schlanker Statur, mittellangem, dunkelblondem Haar“ gestartet, nachdem ein 64-jähriger Halveraner angegeben hatte, am Freitagmittag auf dem Bahndamm zwischen Süd- und Katrineholmstraße von einem ihrer Terrier gebissen worden zu sein. Die damals Unbekannte habe sich daraufhin einfach vom Ort des Geschehens entfernt.

Vorwürfe, die die 49-Jährige so nicht stehen lassen will. Zumal sie nun auch durch die polizeiliche Veröffentlichung in einem schlechten Licht dastehe. „Halver ist klein. Man kennt mich und meine Hunde und hätte mich auch ohne diesen Aufruf in der Zeitung finden können“, sagt Michaela Marx, die eine ganz andere Version von der Begegnung mit dem Anzeigenerstatter erzählt. „Der saß mit seinem Hund und dem Enkel auf der Bank, als ich mit meinen Hunden Knut und Cooper vorbeikam.“ Da sich die Tiere erst zwei Tage zuvor gesehen hätten, habe sie den Kontakt ihrer Parson-Russell-Terrier zu dem anderen Hund zugelassen - und zwar angeleint, wie Marx betont. Als Knut jedoch angefangen habe zu bellen, sei auch Cooper in das Gekläffe eingestiegen, so dass die Situation eskalierte. Unterdessen sei der Mann von der Bank aufgestanden und habe seinen Hund ebenfalls versucht, unter Kontrolle zu bringen. „Plötzlich hielt er sich die Kniekehle und sagte, dass er gebissen wurde. Als ich dann fragte, ob das einer von meinen Hunden war, erhielt ich keine Antwort. Er ist dann weggegangen.“ Und schließlich habe auch sie den Ort verlassen - allerdings erst, nachdem Knut und Cooper sich noch friedlich mit dem Hund des Enkels beschäftigten, der weiter auf der Bank gesessen habe.

Zwei Aussagen, zwei Versionen - so weit nichts Ungewöhnliches. Was Michaela Marx jedoch besonders ärgert, ist die Fahndung, die ihr in der Stadt nun den Stempel der rücksichtslosen Hundehalterin verpasst. „Ich bin doch kein Typ, der bei solchen Sachen einfach weitergeht!“ Um den Sachverhalt zu klären, sei sie gleich am Dienstagmorgen - als viele AA-Leser ihre Zeitung und damit den Polizeiaufruf noch gar nicht gelesen hatten - zur Wache an der Frankfurter Straße gegangen, um sich als die gesuchte Frau zu melden. Mittlerweile liegt ihr ein Anhörungsbogen wegen des Vorwurfs fahrlässiger Körperverletzung vor. - Frank Zacharias

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare