IG Metall befürchtet Kündigungen

IG Metall: 350 Jobs bei Turck bedroht

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Halver - Veränderungen bei Turck in Halver wurden offen von der Geschäftsführung dargelegt. Nun rechnet die Industriegewerkschaft Metall mit einem Verlust von bis zu 350 Arbeitsplätzen.

In einer Pressemitteilung reagiert Torsten Kasubke, Geschäftsführer der IG Metall Märkischer Kreis und zuständig für die gewerkschaftliche Betreuung der Firma Turck am Standort Halver, auf unsere Berichterstattung aus der vergangenen Woche

Bereits vor den Sommerferien hatte Kasubke angekündigt, auf die sich abzeichnenden Entwicklungen bei Turck frühzeitig zu reagieren. „Die Geschäftsführung von Turck sollte die angedeuteten Umstrukturierungsmaßnahmen nicht nur andeuten, sondern konkrete Ansätze auf den Tisch bringen“ mahnt Kasubke in seiner Stellungnahme an. 

Verantwortlichen reden nur in Sprechblasen

Sowohl gegenüber den Medien als auch gegenüber der Belegschaft redeten die Verantwortlichen nur in Sprechblasen. Dabei solle in Halver bereits ein Werksleiter aus einem sich im Aufbau befindenden Turck-Werk im Ausland unterwegs sein, um unter anderem die Produktionshallen für eine Verlagerung der Produktion in ihren Werken zu besichtigen. 

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„Wir müssen davon ausgehen, dass bis zu 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit einfachen Tätigkeiten ihren Job verlieren könnten“, so die Einschätzung der Metaller-Gewerkschaft. Je früher die Geschäftsführung mit dem Betriebsrat und auch mit der IG Metall über die konkrete Zukunftsplanung verhandele, umso eher können auch möglichen Alternativen zu einem Wegfall von Arbeitsplätzen ins Auge gefasst werden. 

Dazu gehörten auch mögliche Qualifizierungsmaßnahmen und mögliche Alternativen im Produktsegment. „Wir werden nicht hinnehmen, dass die Betroffenen am Ende vor vollendete Tatsachen gestellt werden“, heißt es in der am Mittwoch veröffentlichten Mitteilung weiter. 

Aufruf zu einem Runden Tisch

Man rufe die handelnden Akteure, dazu gehörten auch Verwaltung und Politik, zu einem Runden Tisch auf. Der mögliche Verlust dieser Arbeitsplätze werde in Halver viele Familien betreffen. Dies werde sich unter anderem auch auf die Kaufkraft auswirken. Insgesamt wäre der Verlust dieser Arbeitsplätze ein herber Schlag für die Stadt Halver. 

Die Transformation der industriellen Wertschöpfung hier vor Ort, die unter anderem durch Globalisierung, Digitalisierung und auch den Wandel im Automobilbereich entstehe, sei in der gesamten Region schon jetzt spürbar – nicht nur bei der Firma Turck am Standort in Halver. 

Zum Hintergrund: Am Mittwoch, 7. August, hatte Joachim Göddertz, interimistischer Geschäftsführer von Turck, im Gespräch die künftige Ausrichtung des Unternehmens in Halver und der gesamten Turck-Gruppe dargestellt. Strategie sei, das in Deutschland vorhandene Know-how auszubauen, die Fertigung von Massenprodukten hingegen an ausländische Produktionsstandorte zu verlagern.

Ziel der Neustrukturierung sei, die Fertigung näher an die vorhandenen und künftigen Absatzmärkte zu bringen, um Zeit und Kosten für Logistik zu sparen. Angaben über die Größenordnung eines möglichen Abbaus von Arbeitsplätzen nannte Göddertz dabei nicht. Der Standort Halver sei innerhalb der Gruppe gesetzt, hieß es dabei weiter.

Die Turck-Gruppe:

Die Turck-Gruppe ist tätig im Bereich der Industrieautomation und beschäftigt weltweit 4800 Mitarbeiter. 800 Beschäftigte zählt der Standort Halver. Für das vergangene Jahr vermeldete die Gruppe eine zehnprozentige Umsatzsteigerung auf rund 660 Millionen Euro.

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