Messerstecherei: Strafe nun zur Bewährung

HALVER ▪ Die Mischung aus Wodka, Whisky und Sangria hatte einen sonst friedlichen Mann zum Messerstecher werden lassen. Das Ergebnis: Zwei Jahre Haft auf Bewährung und 1500 Euro Geldauflage.

In den Abendstunden des 6. November 2009 hatte sich der 27-Jährige mit Freunden zum Skater-Platz an der Katrineholmstraße begeben. Mit von der Partie, der 21-jährige Neffe des Mannes. Aus unerklärlichen Gründen war es gegen 23.35 Uhr zu einer Rangelei zwischen den beiden Männern gekommen. Dabei hatte der 27-Jährige plötzlich ein Messer aus der Tasche gezogen, und war auf sein Gegenüber losgegangen. Insgesamt fünf Mal war die 7 Zentimeter lange Klinge in den Körper des Neffen eingedrungen. Schließlich hatten zwei Mädchen versucht, den Onkel aufzuhalten. Dafür hatte eine der Helferinnen einen Faustschlag ins Gesicht kassiert, die Freundin war gar mit dem Messer attackiert worden. Ein Alkoholtest hatte 2,31 Promille ergeben. Das erweiterte Schöffengericht in Lüdenscheid verurteilte den Mann dafür im April zu einer zweijährigen Haftstrafe ohne Bewährung. Dagegen legte der Halveraner direkt Berufung ein. Heute Morgen nun musste er sich der Berufungskammer des Hagener Landgerichts stellen. Sein Verteidiger, Rechtsanwalt Jan Nesselrath, erklärte, dass das Ziel der Berufung eine Bewährungsstrafe sei. Wie es zu dem Vorfall gekommen war, konnte sich keiner der Beteiligten erklären. „Er ist eigentlich ein friedlicher Mensch. Er hat sich hinterher immer nach meinem Befinden erkundigt und sich mehrfach entschuldigt”, erklärte das Opfer. Inzwischen leben die beiden Männer mit weiteren Familienmitglieder sogar wieder in einem Haushalt zusammen. Der Geschädigte zeigte kein Interesse an einer strafrechtlichen Verfolgung seines Onkels. Diese Tatsache, und der Umstand, dass der Angeklagte noch nie wegen ähnlicher Delikte auffällig geworden war, brachte das Gericht zu der Überzeugung, dass die Strafaussetzung ohne Bedenken zur Bewährung ausgesetzt werden konnte. ▪ Jana Peuckert

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