Urteil nach Messerstecherei: 39 Monate Haft

Der 39-Jährige Halveraner muss für 39 Monate in Haft.

HALVER/HAGEN - Mit einer Haftstrafe von drei Jahren und drei Monaten muss ein 39-Jähriger aus Halver für die Messerstiche gegen einen 20-Jährigen büßen. Am 4. September 2012 hatte er das Opfer schwer verletzt.

Die Schwurgerichtskammer sah den Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung als erwiesen an, verurteilte den Angeklagten aber nicht wegen versuchten Mordes. Der Haftbefehl gegen den Mann blieb in Kraft, um zu verhindern, dass dieser sich angesichts der zu erwartenden Strafe in seine Heimat absetzt. Es waren vor allem zwei tiefe Stiche, die unter etwas anderen Umständen auch zum Tod des Opfers hätten führen können: einer in die Schulter und einer in den Bauchraum. „Es war nicht in der Hand des Angeklagten, wie sich diese Stiche auf das Opfer auswirkten“, wies die Vorsitzende Richterin Heike Hartmann-Garschagen auf die lebensgefährlichen Verletzungen hin, die nur durch Zufall nicht noch ernstere Folgen für das Opfer hatten. In einer Situation, in der die Zeugen fast alle dem „Lager des Opfers“ entstammten, maß die Kammer vor allem der Aussage einer eher unabhängigen Zeugin große Bedeutung bei. Sie hatte die Angaben der anderen Zeugen bestätigt. Ausführlich ging die Vorsitzende auf die Frage einer möglichen Notwehr des Angeklagten ein. Verteidiger Frank Peter-Rüggeberg hatte diese in seinem Plädoyer ins Spiel gebracht und einen Freispruch für seinen Mandanten beantragt.

Die Schwurgerichtskammer argumentierte aber, dass die beiden Kontrahenten sich zunächst einig gewesen waren, sich zu prügeln. Mit dem Ziehen des Messer habe der Angeklagte dieser einvernehmlichen Prügelei aber die Basis entzogen. Von einer Notwehr könne keine Rede sein. Ebensowenig komme die Einstufung der Tat als ein minderschwerer Fall infrage.

Das Strafmaß von drei Jahren und drei Monaten folgte im Wesentlichen dem Plädoyer von Staatsanwalt Bernd Maas, der drei Jahre und sechs Monate Haft gefordert hatte. Diesem droht nach dem Verbüßen eines Teils seiner Strafe die Abschiebung aus der Bundesrepublik in seine palästinensische Heimat. Wegen des offenen völkerrechtlichen Status gelten Abschiebungen ins Westjordanland jedoch als schwierig. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. - thk

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