Bürger äußern sich zum Coronavirus

„Wir müssen zusammenhalten“ - Ehepaar kennt Corona-Auswirkungen aus Spanien 

Maskenpflicht, Corona, Halver, Symbolfoto
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Masken schützen: Auch die Halveraner sorgen sich um die Entwicklung – und beobachten unter anderem, dass sich einige Menschen nicht an die Verordnung halten.

Die Lage der Corona-Pandemie wird derzeit immer ernster. Man spricht von der zweiten Welle. Wie Bürger aus Halver die Krise erlebte haben und erleben, haben sie erzählt.

Halver – Sie lachen herzlich und sind sich dem Ernst der Lage dennoch bewusst. Das Ehepaar Richard und Edith Birner kommt gerade vom Essen bei Domenico in Halver mit ihrer Enkelin Sofia Kaulbach. Extra aus Lüdenscheid sind sie nach Halver gekommen, weil es ihnen so gut in Halver gefällt – und schmeckt. Mehrmals in der Woche essen sie hier italienisch.

In Lüdenscheid haben sie ein Haus, aber sie leben eigentlich schon seit 41 Jahren in Spanien. Dort, wo die Infektionszahlen so hoch sind wie in keinem anderen europäischen Land. Hinter sich hat das Ehepaar einen mehrwöchigen harten Lockdown. Nur morgens und abends durften die Birners jeweils eine Stunde an die frische Luft – nicht zusammen, sondern alleine. Einkaufen gehen, alleine. Auto fahren, alleine.

Setzen auf Solidarität untereinander: Edith und Richard Birner mit ihrer Enkelin Sofia Kaulbach (15).

Ein halbes Jahr haben sie ihre Familie in Deutschland nicht gesehen. Jetzt sind sie seit Sommer wieder hier. Und wann sie wieder zurück in die Wahlheimat können, wissen sie nicht. „Wir bleiben erst einmal hier“, sagt Edith Birner. Beide sind älter als 70, das genaue Alter ist nicht wichtig.

Sorgen um die Zukunft der Kinder und Enkel

Sorgen machten sie sich aber vor allem um die Zukunft ihrer Kinder und Enkel, die noch immer ungewiss ist. Schule, Ausbildung, Job. Aber jetzt sind sie in Deutschland und die Familie ist wieder zusammen. Das ist gut und wichtig.

Angst? „Nein, wir haben keine Angst“, sagt Edith Birner. „Aber wir haben Respekt.“ Den sollten alle haben – vor dem Virus und allem, was dazu gehört. „Aber man muss das Beste daraus machen.“ Auch deswegen geht das Ehepaar mehrmals in der Woche essen und genieße alles, was eben noch geht, sagen die Birners. Daher wissen sie auch um die Ängste der Gastronomen vor einem zweiten Lockdown. Die Ungewissheit, ob sie schließen müssen, wenn die Infektionszahlen in den kommenden Monaten weiter steigen. „Wir müssen alle unseren Optimismus behalten“, appelliert Edith Birner. Die Krise sieht sie realistisch, aber sie sagt auch: „Der Mensch kann solche Krisen überwinden.“ Respekt sei jetzt das Wichtigste. „Wir sind stark. Wir müssen zusammenhalten.“ Es gehe nicht um einen Einzelnen, sondern um alle.

Angst vor Infektion und Krankheit

„Ich komme aus der Nähe von Magdeburg und bei uns gibt es kaum Infizierte. Vor dem Virus habe ich keine Angst, aber ich schütze mich so gut ich kann, trage meine Maske und desinfiziere meine Hände. Die Maßnahmen finde ich in Ordnung und auch nicht übertrieben“, findet Marion Pfahl. Die 61-Jährige besucht in Halver ihre Kinder und Enkelkinder.

„Ich habe Angst, krank zu werden. Ich bin 66 Jahre alt und Diabetiker. Eine zweite Welle wäre wirklich nicht gut“, sagt der 66-jährige Günter Nagel. Er ist Taxifahrer in Halver.

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