Mennoniten feiern erstmals Gottesdienst in neuem Domizil

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Stolz präsentierten die Mitglieder der Mennoniten-Brüdergemeinde am Wochenende ihre neuen Räume an der Marktstraße. Beim Tag der offen Tür führten sie zahlreiche interessierte Besucher durch das neue, größere Gotteshaus.

Halver - Mit einem „Tag der offenen Tür“, großem Festakt und Einweihungsgottesdiensten mit Gästen aus benachbarten Gemeinden feierte die Mennoniten-Brüdergemeinde am Wochenende die Fertigstellung ihres neuen, barrierefreien Gemeindehauses an der Marktstraße.

Nach rund zwei Jahren ohne eigenes Gotteshaus ließ die Gemeinde die Öffentlichkeit am Samstag und Sonntag an der eigenen Freude über ihr schönes, neues Domizil teilhaben. Viele nutzten die Gelegenheiten, an Führungen durchs Haus teilzunehmen und sich anhand einer Präsentation über die Geschichte der Mennoniten von der Reformationszeit bis heute zu informieren.

In Halver ist die Brüdergemeinde, deren Muttergemeinde sich in Frankenthal in der Pfalz befindet, seit 1996 ansässig. Nach Aufgabe ihres Domizils an der Schützenstraße wegen Eigenbedarf des Vermieters, kamen die Gläubigen in den vergangenen zwei Jahren im CVJM-Vereinsheim zusammen. „Wir sind dem Verein sehr dankbar für die freundliche Aufnahme“, erklärte am Samstag Gemeindeleiter Boris Pauls, der sich sichtlich über den regen Zuspruch freute.

Besucher zeigen sich beeindruckt

Beeindruckt zeigten sich die Besucher vom Umbau des alten Pfarrhauses der evangelischen Kirche, in dem jetzt unter anderem die Gemeindebibliothek, ein Zwischenbau mit ebenerdigem Eingangsbereich und Garderoben untergebracht sind. In dem neuen Gemeindesaal finden – die Empore hinzugerechnet – maximal 340 Menschen Platz.

Volles Haus beim Einweihungsgottesdienst. Die Mennoniten konnten zahlreiche Gäste an der Marktstraße begrüßen.

Mütter mit Kleinkindern können Gottesdienste von einem separaten Raum aus durch große Fenster via Lautsprecher mitverfolgen. Sogar einen Wickelraum gibt es. Hell, freundlich und geräumig präsentierte sich das imposante, harmonisch zusammengefügte Gebäudeensemble aus entkerntem Altbau und neuer, zeitgemäßer Architektur.

"Froh, dass das Haus in gute Hände gekommen ist"

Zu den ersten Besuchern, die sich im neuen Domizil der Brüdergemeinde umschauten, gehörte die Pfarrerstochter Else Bürger, geborene Große-Dresselhaus, die bis zu ihrer Heirat im alten Pfarrhaus der evangelischen Gemeinde – jetzt im Besitz der Mennoniten-Gemeinde – wohnte. „Ich bin so froh, dass das Haus in gute Hände gekommen ist“, erklärte sie bewegt. „Wenn das Haus heruntergewirtschaftet oder abgerissen worden wäre, hätte mich das sehr traurig gemacht“.

Von 1913 bis 1957 hatte ihr Vater in Halver als Pfarrer gewirkt. Anhand von Fotos ließ die Gemeinde die Besucher bei ihrem „Tag der offenen Tür“ an der arbeitsintensiven Bauzeit ihres neuen Domizils teilhaben. Im großen, durch mobile Zwischenwände in kleinere Räume abtrennbaren Speisesaal gab es für alle Kaffee und Kuchen als kleine Stärkung. Großen Zuspruch fand darüber hinaus eine Präsentation zur Geschichte der Mennoniten, der ältesten evangelischen Freikirche, die auf die Täuferbewegung der Reformationszeit zurückgeht. Nach dem Theologen Menno Simons sind die Mennoniten benannt.

Festakt mit Bürgermeister Michael Brosch

Am Festakt, dem das Orchester der Gemeinde einen feierlichen Anstrich gab, nahm neben Bürgermeister Michael Brosch auch Architekt Dirk Eicker teil. Beide lobten in ihren Grußworten das große Maß an Eigenleistung und den ehrenamtlichen Einsatz der Gemeinde bei der Baumaßnahme. „Das verdient äußerste Hochachtung“, so Eicker. Chorgesang begleitete die beiden sonntäglichen Gottesdienste mit zahlreichen Gästen aus anderen Brüdergemeinden.

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