Melva Houston sorgt mit „Fever“ für Gänsehaut

Halver - Ihre Herkunft ist einigermaßen ideal für eine Sängerin, die R&B, Soul, Blues und Gospel als ihre musikalischen Wurzeln nennt: „I was born in Memphis, Tennessee“, verkündete Melva Houston, und zur Zeit ihrer Geburt vor 66 Jahren gab es dort in den Südstaaten der Vereinigten Staaten kaum eine Möglichkeit, der Musik von B. B. King zu entkommen. Aber das hätte auch niemand gewollt. Und so widmete Melva Houston dem großen Sänger ihrer Heimatstadt ein Blues-Medley. Auch dafür hat sie die Stimme.

In die Aula der Realschule brachte die Sängerin mit der großen Stimme und viel Erfahrung aber auch den Jazz mit. Und exzellente Begleitmusiker in Gestalt von Regina Büchner (Saxophon), Rainer Frank (Bass), Hajo Hoffmann (Violine), Ull Möck (Piano) und Daniel Messina (Schlagzeug), die viel Raum zur Entfaltung hatten. Einmal im Jahr kommt die Sängerin aus den Südstaaten nach Deutschland, versammelt ein paar gute Musiker und tourt mit Erfolg und offensichtlich viel Spaß durch die Lande. „Wir wissen nie so ganz genau, was passieren wird.“

In Halver hätte Melva Houston mit ihrer Band ein größeres Publikum verdient gehabt: Nur knapp 50 Musikfreunde kamen bei dem abwechslungsreichen und mitreißenden Konzert auf ihre Kosten. Dass es keine verwandtschaftlichen Beziehungen zwischen B. B. King und Albert King gibt, war für die Sängerin der Anlass zu einer Klarstellung: „Ich bin nicht Whitney Houstons Mutter.“ Solche Fragen kommen offenbar bei ihren Konzerten: „Vielleicht, weil ich graue Haare habe.“

Graue Haare hin oder her - Melva Houstons Stimme war kraftvoll und wandlungsfähig, wie das weite Spektrum zwischen Swing, Blues, Reggae und Pop zeigte. „Keiner kennt mich, keiner liebt mich, keiner kümmert sich um mich“, sang Melva Houston den Blues mit B. B. King und gleich darauf den fröhlichen Reggae „Rainbow People“. Bill Withers steuerte sein „Ain’t no sunshine“ bei, George und Ira Gershwin hielten mit „Summertime“ dagegen. Der auch am Set großartige Schlagzeuger Daniel Messina komponierte eine Ballade voller Liebe für seine Familie: „You are my Angel.“ Gegen Ende ihres Auftritts in Halver wurde aus Rainer Franks Basslinie und Melva Houstons Gesang Peggy Lees berühmter Song „Fever“. Nach dem Gänsehaut-Song kam die zweite Zugabe von Pharrell Williams: „Happy“ gab die Stimmung der Besucher nach einem wunderbaren Abend durchaus wieder. Gleichzeitig hatte Houston ihr Versprechen, das Publikum mitzunehmen, eingelöst.

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