Chance vor Ort

MVZ als Chance für Fachärzte

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Halver - Die Verwaltung möchte der Politik möglichst noch im ersten Halbjahr 2020 Überlegungen vorstellen, wie ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) in Halver aussehen und etabliert werden könnte.

Die Sicherstellung einer ausreichenden ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum beschäftigt derzeit viele Bürger und daher auch viele Kommunen im Märkischen Kreis. Im Gespräch war eine verbesserte haus- und fachärztliche Versorgung auch für Halver zunächst im Zusammenhang mit den Fördermöglichkeiten, die sich im Rahmen der Regionale 2025 ergeben könnten. Dies aber müsse nicht zwangsweise der Fall sein, machte Bürgermeister Michael Brosch anlässlich eines Gesprächs mit uns  zum Jahreswechsel deutlich. 

Im interkommunalen 5G-Konzept der vier Volmekommunen – Halver, Schalksmühle, Meinerzhagen und Kierspe – und der Gemeinde Herscheid, das jüngst den ersten Stern erhielt, war die medizinische Versorgung als Thema ebenfalls benannt worden. Für Brosch ist vorstellbar, dass die Stadt – gemeinsam mit Ärzten und anderen Akteuren des Gesundheitssektors – die rechtlichen Rahmenbedingungen beispielsweise für ein Versorgungsmodell in Form einer Genossenschaft oder einer Anstalt öffentlichen Rechts schafft. 

Chance für Mediziner

Dort könnten junge Mediziner in Halver die Chance erhalten, unter diesem Dach und in Kooperation mit bestehenden Praxen, ohne Belastung durch Kreditaufnahme für die Praxis, Verwaltungsaufgaben und Personalverantwortung in den Beruf zu kommen. Dies biete Vorteile beispielsweise auch bei der Arbeitszeitgestaltung sowohl für Einsteiger in eine solche Praxis wie auch für Mediziner, die aus Altersgründen ein wenig kürzer treten wollten. Ganz oben auf der Prioritätenliste sieht Brosch für Halver dabei im fachärztlichen Bereich Bedarf für Orthopäden und einen Kinderarzt. In beiden Fällen sieht der Bürgermeister die Stadt eher unterversorgt, während die Kassenärztliche Vereinigung einen solchen Mangel nicht gegeben sieht. 

Für den Verband der Mediziner ist allerdings das Einzugsgebiet ausschlaggebend. Dazu zählt auch Lüdenscheid als große Nachbarstadt mit einer breiten Palette an Fachmedizinern. Für Menschen in Halver, die auf eine orthopädische Versorgung angewiesen seien, wären die Wege allerdings zu weit, und auch der Wunsch nach kinderärztlicher Versorgung werde immer wieder von Eltern vorgetragen. 

Wunsch nach einem Kinderarzt

Ein nachvollziehbarer Wunsch in einer Stadt, die sich durch Schaffung neuer Baugebiete und einem vielfältigen Schulsystem auf die Fahnen geschrieben hat, attraktive Bedingungen für junge Familien anzubieten, findet der Bürgermeister Aufgabe könnte für ein solches Versorgungszentrum sein, die nötigen Räume zu stellen und auch Arbeitsverträge zu schließen. In der Vergangenheit sei dies ausschließlich Ärzten beziehungsweise Kliniken vorbehalten gewesen, so die Überlegung zum kommunalen Einstieg. Jetzt bestehe die Möglichkeit, hier gemeinsam zu arbeiten. 

Auch könnte sich ein solches MVZ modellhaft mit den Herausforderungen der Digitalisierung in der Medizin beschäftigen. Wie eine solche Lösung konkret umzusetzen wäre, soll nun ermittelt und der Politik vorgestellt werden. Dazu müsse aber neben möglichen Rechtsformen auch ein Kostenrahmen und ein Zeitplan geklärt werden.

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