Mehr Unfälle als in den Jahren zuvor

+
2011 ereigneten sich in Halver und Schalksmühle 864 Unfälle. ▪

HALVER ▪ Die Zahl der Verkehrsunfälle in Halver ist im Jahr 2011 gestiegen. Das zeigt die aktuelle Statistik zur Verkehrsunfallentwicklung. Torsten Hecker, Leiter der Polizeiwache Halver, und Ralf Papendick, Polizeihauptkommissar, erklärten das umfangreiche Zahlenwerk gestern im Rahmen einer Pressekonferenz.

„Wir stehen im Vergleich zu den Landes- und Kreiszahlen gut da“, sagte Hecker. Im Zuständigkeitsgebiet der Halveraner Wache, zu dem auch die Gemeinde Schalksmühle gehört, ereigneten sich im vergangenen Jahr insgesamt 864 Unfälle. Im Vorjahr waren es mit 814 Verkehrsunfällen noch rund sechs Prozent weniger. Das sei eine tolerable Größe. Ein Unfall auf der B54 endete tödlich – die Ursache sei bis heute ungeklärt. 27 Menschen verletzten sich schwer, das sind sieben mehr als 2010. Leicht zurück ging indes die Zahl der Leichtverletzten – diese reduzierte sich von 51 auf 48 (knapp sechs Prozent).

Positiv ist auch die Entwicklung der verunglückten jungen Erwachsenen: Diese sank um rund 59 Prozent von 29 auf 12. Davon verletzte sich ein Fahrer schwer, im Vorjahr waren es fünf Schwerverletzte – das ist ein Rückgang von knapp 83 Prozent. Torsten Hecker hat dafür einen möglichen Grund: „In Halver sind seit einiger Zeit viele junge Kollegen im Einsatz. Die suchen ganz gezielt das Gespräch mit den den Jugendlichen.“ Und: Sie würden die „Szene“ beobachten. Damit meint der Polizeihauptkommissar die bekannten Plätze, an denen sich die vorwiegend jungen Fahrer treffen. Das ist zum einen der Parkplatz am Kulturbahnhof und das Schulzentrum am Bächterhof. Hecker: „Dort finden sich häufig einige Alkoholflaschen. Unsere jungen Kollegen kommen mit den Menschen ins Gespräch und versuchen, sie auf die Gefahren von Alkoholkonsum aufmerksam zu machen.“

Und die Aufklärungsarbeit soll in diesem Jahr noch intensiviert werden: Beim sogenannten „Crashkurs NRW“ will sich die Polizei konkret an Schüler der elften bis zwölften Jahrgangsstufe richten. Dabei sollen auch Unfallopfer und Sanitäter aus ihrer Perspektive von Unfällen berichten. „Davon versprechen wir uns einiges. In anderen Städten hat es die Schüler zumindest zum Nachdenken gebracht“, erklärte Ralf Papendick.

Einen großen Fokus will die Polizei weiterhin auf die Geschwindigkeitskontrollen legen. Denn die seien effektiv und zeigten bereits Wirkung: Papendick: „Wenn wir die Messungen vorher ankündigen, ist das angepasste Verhalten der Fahrer bis 24 Stunden erkennbar.“ Und genau das wollen die Beamten erreichen: Torsten Hecker macht deutlich, dass mit den Blitz-Aktionen nicht die Kassen gefüllt werden sollen. Vielmehr ginge es darum zu zeigen, das die Polizei immer präsent sein kann. Langfristig solle sich auf diese Weise das Verhalten der Fahrer ändern. Papendick: „Raserei ist und bleibt der hauptsächliche Killer.“ ▪ Lisa Weber

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare