Oberbrügger Gemeinde: „Resonanz ist ein Ansporn“

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Die Gemeindeversammlung am Glockenweg war gut besucht: Mehr als 80 Oberbrügger informierten sich über die mögliche Zukunft ihrer Gemeinde.

OBERBRÜGGE - Über Rückenwind für ihren Kurs bezüglich der Zukunft der Gemeinde freute sich am Sonntagmittag das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Oberbrügge. Mehr als 80 Gläubige nahmen an der Gemeindeversammlung im Anschluss an den Gottesdienst teil.

Inzwischen, so Pfarrer Werner Kenkel, habe sich wohl überall herum gesprochen, dass er beabsichtige, Ende 2015 in den Ruhestand zu gehen. Ein Umstand, der durch die Tatsache Brisanz erhalte, dass es danach keine 100-prozentige Pfarrstelle in Oberbrügge mehr geben werde. „Wir wollen das Heft des Handels in der Hand behalten“, legte Presbyter Günther Hösch die Position des Gremiums dar. „Etwas flapsig füge ich hinzu: Wir sind nicht die braven Schäfchen, die alles hinnehmen.“ Deshalb wolle man lange vor 2015 mit den Beteiligen, sprich Superintendent Klaus Majoress sowie der Landeskirche in Bielefeld - dem letztendlichen Entscheidungsträger - reden, um die Oberbrügger Vorstellungen darzulegen.

Majoress, der am Sonntag nicht anwesend war, hatte im Vorfeld drei Punkte aufgezählt, die für die Eigenständigkeit der Kirchengemeinde Oberbrügge erfüllt sein müssten. Dazu dürfe erstens die Zahl der Gemeindemitglieder (derzeit 1170) nicht unter 1100 rutschen. Zweitens sollte die halbe Pfarrstelle für einen Zeitraum von zehn Jahren gesichert sein und als dritten Punkt nannte er ein aktives Gemeindeleben. Gerade der letztgenannte Aspekt wurde in einer Reihe von Redebeiträgen hervorgehoben. Spielraum für die Zusammenlegung von Gemeinden sahen die Redner nicht. Die Statuten der Landeskirche sehen dafür eine räumliche Nähe vor. Roland Pfeiffer, der die Versammlung leitete, zählte hinsichtlich des aktiven Gemeindelebens Glaubensseminare und Hauskreise, die Jugendgruppe Checkpoint sowie den sich etablierenden Mütterkreis auf. „Wir haben einen rührigen Posaunenchor, der auch in Halver und Lüdenscheid spielt“, sagte er weiter. Die Gründung des Fördervereins und die Einführung des freiwilligen Kirchgeldes würden seit Jahren dazu beitragen, das jährliche Defizit etwas abzufedern. Klaus Böcker, Mitinitiator des freiwilligen Kirchgeldes in Oberbrügge, sieht in diesem Kirchgeld aber keine Notwendigkeit mehr für den Fall, dass die Gemeinde ihre Eigenständigkeit verliert.

Vor einigen Monaten wurden der Gemeindebeirat, der sich als Bindeglied zwischen Gemeinde und Presbyterium versteht, sowie der Diakonieausschuss ins Leben gerufen. Dessen Mitglieder besuchen solche Gemeindeglieder, die nur noch wenig gesellschaftlichen Kontakt haben. Presbyterin Gitta Brozio warb für Unterstützung bei der Gründung einer aktiven Jungschar. Im Frühjahr wird die Initiative GO („Gemeinde Oberbrügge“) an den Start gehen. Bei den Treffen geht es um die Pflege von Gemeinschaft. Im Januar startet außerdem ein Kochkurs unter der Leitung von Anke Brendel. Pfarrer Werner Kenkel gab weitere Termine bekannt: Abendmusik mit der Kantorei steht am 24. November um 18 Uhr auf dem Programm. Das Adventskonzert der Oberbrügger Chöre findet am 8. Dezember um 17 Uhr statt. Mit einem besonderen Krippenspiel wird der Checkpoint am Heiligen Abend die Gottesdienstbesucher erfreuen. Zum Neujahrsempfang lädt die Kirchengemeinde für den 26. Januar.

Nach den Sommerferien wird das Presbyterium mit der Kirchenleitung Gespräche zur Zukunft Oberbrügges führen. „Für uns ist die Resonanz ein Ansporn“, meinte Pfeiffer abschließend. - dela

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