ABC-Vorfall in Halver

Nach ABC-Einsatz am AFG: Rätsel um Ursache - Schüler noch im Krankenhaus

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Der Großeinsatz am AFG in Halver sorgte für Aufsehen. Viele Fahrzeuge und mehr als 140 Kräfte waren im Einsatz.

Halver -  Nach dem Großeinsatz am Anne-Frank-Gymnasium in Halver bleiben einige Fragen offen. 

Einen Tag nach dem Großeinsatz für Feuerwehr und Rotes Kreuz am Anne-Frank-Gymnasium (AFG) herrscht Rätselraten über den Auslöser des Vorfalls. Den Kindern gehe es den Umständen entsprechend gut, sagt auf Anfrage des Allgemeinen Anzeigers die Kreispolizeibehörde. 

Insgesamt sieben Schüler einer sechsten Klasse waren nach dem vermuteten Chemieunfall als verletzt gemeldet worden. Sechs Mädchen verbrachten die Nacht in umliegenden Krankenhäusern. Der Junge konnte nach ambulanter Behandlung nach Hause. Zwei der Mädchen sollten noch einen Tag zur Beobachtung in der Klinik bleiben, so der Kenntnisstand laut AFG-Schulleiter Paul Meurer. 

Was tatsächlich zu dem sogenannten „Massenanfall von Verletzten“ – gemeldet waren zunächst bis zu 30 Betroffene – geführt haben könnte, liegt völlig im Unklaren. Messungen durch die Feuerwehr führten zu keinen konkreten Anhaltspunkten. Auch die Kriminalpolizei wurde hinzugezogen. Wischproben, die auf den Schreibtischen genommen wurden, müssen noch ausgewertet werden, ebenso mögliche Spuren von Chemikalien auf der Kleidung der Schüler, die sichergestellt wurde. Die Kinder wurden im Rahmen der Dekontaminierung mit einem Klassensatz Trainingsanzügen ausgestattet.

Drei Räume sind noch versiegelt

Das Gebäude der früheren Ganztagsschule ist inzwischen wieder zur Nutzung freigegeben mit Ausnahme dreier Räume, in denen es zu dem Vorfall kam. Sie liegen im Erdgeschoss, angrenzend zum Foyer im Eingangsbereich zur Sporthalle, und sind zunächst noch versiegelt. Es gibt derzeit keinerlei Anhaltspunkte, dass dort noch Restbestände des früheren Chemielagers vorhanden seien. 

Noch vor den Ferien war das Entsorgungsunternehmen Lobbe beauftragt worden, die vorhandenen Bestände zu entsorgen, heißt es auf Nachfragen des Allgemeinen Anzeigers. „Wir haben in den früheren Chemieräumen Tabula rasa gemacht“, sagt Kai Hellmann, stellvertretender Fachbereichsleiter Bürgerdienste und zuständig für Schulangelegenheiten. Und auch später sei dort gearbeitet worden, unter anderem für einen neuen Anstrich, ohne dass es Auffälligkeiten gegeben habe. Nach polizeilicher Freigabe sollen die Räume wieder genutzt werden, allerdings zunächst behutsam und nach erneuter gründlicher Reinigung. 

ABC-Einsatz am Anne-Frank-Gymnasium in Halver

Nach Kenntnisstand von Donnerstag – spekuliert wird auch über einen Schülerstreich oder eine Massenhysterie – wird sich der Auslöser für die Großlage möglicherweise vielleicht gar nicht finden lassen. Eine wichtige Erkenntnis bleibt aber aus Sicht des Schulleiters wie auch Hellmanns: Der Einsatz habe in herausragender Weise gezeigt, wie das Zusammenspiel der Kräfte funktioniert habe. Er sei zutiefst beeindruckt, wie Löschzüge aus dem Märkischen und dem Oberbergischen Kreis zusammengearbeitet hätten, ebenso die Kräfte des DRK, die allesamt bis in die Abendstunden gearbeitet hätten, so Meurer. „Die machen das zu 90 Prozent im Ehrenamt und sind alles Profis“, sagt Meurer über seine Eindrücke vom Mittwoch.

In Lob und Dank für den Einsatz schließt er aber auch seine Schüler ein. Der Sanitätsdienst der Schule ist angedockt an die DRK-Jugend, zahlreiche AFGler sind engagiert in der Jugendfeuerwehr. „Das sollte eigentlich jede Schule haben“, findet der Schulleiter. Als überaus beruhigend wertet auch Hellmann den Auftritt der Kräfte beim sogenannten MANV, dem Massenanfall von Verletzten. Diese Erfahrung werde man auch an die weiteren Schulleiter in Halver übermitteln. „Die lassen keinen im Regen stehen.“

Wer war im Einsatz?

Mehr als 140 Kräfte waren am Mittwoch im Einsatz am AFG. Allein rund 70 Wehrleute aus verschiedenen Feuerwehren waren vor Ort: Neben den Löschzügen Stadtmitte und Bommert der Halveraner Feuerwehr halfen Kameraden aus Hemer, Lüdenscheid und Herscheid mit. Mit 61 Mitgliedern in zwei Einsatzeinheiten war das Deutsche Rote Kreuz (DRK) zur Unterstützung vor Ort.

Hinzu kommen die Rettungsdienste des Märkischen Kreises und des Oberbergischen Kreises mit insgesamt zwölf Fahrzeugen sowie die Kreispolizeibehörde Märkischer Kreis, Ordnungsamt Halver, Kreisbrandmeisterei und die Leitstelle Märkischer Kreis.

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