Mehr als 500 000 Fotos aus gut 50 Jahren im Archiv

Klaus Rose erzählte gestern im Heimatmuseum die Geschichte, die hinter seinem Lieblingsbild von den „wild streikenden Bergleuten“ (1969 in Dortmund) stand. ▪ Ruthmann

HALVER ▪ Klaus Rose kann viel erzählen, besonders, wenn es um seine Fotos geht – und Bilder geschossen hat der Fotograf in seiner Karriere mehr als 500 000. Ein verschwindend kleiner Teil davon sind unter dem Thema „Ruhrgebiet – Schwarz – Weiß“ seit wenigen Tagen im Heimatmuseum zu sehen (wir berichteten).

Das Fotografieren war für den 1937 geborenen Niedersachsen schon in seiner Jugendzeit eine Leidenschaft. Mittlerweile sind einige seiner 1954 entstandenen Fotos – zum Beispiel das eines „Mannes im Zug¨– in historische Archive aufgenommen worden. Besonders gut in Erinnerung ist Rose, der gestern das Heimatmuseum besuchte, der „wilde Streik“ der Bergbauarbeiter 1969 in Dortmund. Er sei von einem „Kumpel“ informiert worden, am abgeschlossenen Zechengelände über den Zaun geklettert und hatte als einziger Fotos von den „Kumpeln“ geschossen, die in ihrer Arbeitskleidung spontan demonstrierten. „Wir fordern gerechten Anteil – 1000 Netto und 4 Wochen Urlaub“, hatten sie mit Kohle auf eine Pappe geschrieben. Während der Streik eine Initialzündung für weitere Aktionen im gesamten Ruhrgebiet gewesen sei, gingen die Fotos von den „streikenden Kumpeln“ um die ganze Welt. Das Foto mit dem besagten Pappschild sei damals auch an „Neues Deutschland“ (DDR-Zeitung) gegangen – allerdings wurde das Schild mit den Forderungen der Bergbauarbeiter grau übersprüht und unleserlich gemacht, um zu verhindern, dass Bergleute in der DDR von den „hohen“ Forderungen erfuhren.

Natürlich ist dieses weltberühmte Bild und einige andere von dem Streik der Bergleute in Dortmund und folgend beispielsweise der Stahlkocher in Duisburg im Heimatmuseum zu den bekannten Öffnungszeiten zu sehen. Mit insgesamt neun verschiedenen Kameras hat Klaus Rose den größten Teil seiner mehr als einer halben Million Fotos geschossen. Und er ist mit der Zeit gegangen, fotografiert längst mit einer hochwertigen digitalen Spiegelreflexkamera und das ganz „normal“, also nicht in Schwarz-Weiß. „Wenn das jemand wünscht, wird das am Computer geändert“, erzählt Rose, der nach wie vor großen Spaß am Fotografieren und sozusagen immer eine Kamera in der Tasche hat – so auch gestern beim Besuch im Halveraner Heimatmuseum. Ebenso digitalisiert er seit zehn Jahren einen Teil seiner Bilder. „Alles geht natürlich nicht“, lacht Rose.

Heute seien es hauptsächlich Fotos für medizinische Verlage. „Ich habe leichteren Zugriff, da meine Frau und auch zwei meiner Söhne Mediziner sind“, verrät der heute in Iserlohn lebende 73-Jährige. Gleichwohl liefert Klaus Rose auch Fotos unterschiedlichster Art nach wie vor an diverse Agenturen. ▪ Det Ruthmann

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare