Mehr als 14 000 Euro durch „Kirchgeldbewegung“

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Ein dickes „Dankeschön“ sprachen die Verantwortlichen jetzt Kirchgeldspendern und Helfern aus. ▪

OBERBRÜGGE ▪ Im Vorfeld plagten sie Sorgen, manche hatten sogar ein wenig Angst – doch die war, zumeist, unbegründet, wie am Donnerstagabend am Glockenweg deutlich wurde: 16 der insgesamt 22 „Kirchgeld-Helfer“ der Evangelischen Kirchengemeinde Oberbrügge hatten sich getroffen, um eine erste Zwischenbilanz zu ziehen. Und die fiel durchaus positiv aus.

Wie Klaus Böcker, Initiator der Aktion „Meine Gemeinde – dafür habe ich ‘was übrig“, bekannt gab, können sich alle Beteiligten über Kirchgeld-Zusagen in Höhe von aktuell 14 023 Euro freuen. Wie berichtet, waren engagierte Gemeindeglieder Anfang November in ganz Oberbrügge und Ehringhausen unterwegs, um rund 820 Briefe mit der Bitte um einen Spendenbetrag möglichst persönlich zu überreichen. Am Donnerstagabend machten einige der anwesenden Austeiler keinen Hehl daraus, dass sie diese Aufgabe durchaus mit gemischten Gefühlen antraten. „Meine Ängste wurden schnell zerstreut“, berichtete etwa Mirella Schönnenberg, die das Ende der Aktion beinahe bedauerte. Denn nicht nur sie stellte fest, dass die Bitte um freiwilliges Kirchgeld einen doppelten Mehrwert hatte: Sie bot nicht nur die Möglichkeit, die Gemeinde finanziell zu stabilisieren, sondern überdies näher an solche Gemeindeglieder zu rücken, die der Kirche zwar noch angehören, die sonst aber nicht mehr allzu viel mit dieser verbindet. Und so habe Schönnenberg bei ihren Besuchen auch viele Anregungen für die künftige Gemeindearbeit mitgenommen.

Letztlich gab es natürlich negative Erfahrungen – wenn einem Spendenbriefverteiler etwa die Tür vor der Nase zugeschlagen wurde –, aber auch viele positive: So erinnerte sich Pastor Werner Kenkel an die Spende einer nahezu mittellosen Familie. „Als mir dort ein Zehn-Euro-Schein in die Hand gedrückt wurde, war ich sehr gerührt. Diese Familie wollte helfen und ein Teil dieser Aktion sein.“ Bei ihnen und allen anderen 87 Personen, die sich bereit erklärt haben, ein Kirchgeld zu zahlen, bedankte sich Kenkel ebenso wie bei den Briefe-Verteilern. „Kirche ist kein Selbstzweck, sondern gehört dem Herrn“, betonte der Pastor in einer kurzen Ansprache. Und er betonte, dass hinter vielen Einzelspenden ganze Familien stehen, so dass er von einer Beteiligungsquote von etwa 25 Prozent ausgeht. „Das ist ein toller Wert“, so Werner Kenkel.

Klaus Böcker betonte, dass die Kirchgeld-Bewegung zugleich der Beginn eines „neuen und veränderten Miteinanders“ in Oberbrügge und Ehringhausen darstellen könne. Das zeigt sich nicht zuletzt an den Geldgebern: Selbst kirchenferne Oberbrügger und – auch das gab es – Katholiken hätten sich großzügig gezeigt, um am Glockenweg eine eigenständige Gemeinde zu erhalten.

Wie mehrfach berichtet, soll es mit Hilfe des freiwilligen Kirchgeldes gelingen, die Einnahmenseite der Gemeinde nachhaltig zu verbessern, da diese laut Kirchenvorstand ansonsten in naher Zukunft nicht mehr finanzierbar ist. Um die Selbstständigkeit zu erhalten, seien jährlich circa 30 000 Euro an zusätzlichen Spenden notwendig. Und so betonte Klaus Böcker zugleich, dass die bislang registrierten Kirchgeld-Einnahmen auch nur ein Zwischenstand seien: „Es geht auf jeden Fall weiter!“ ▪ Frank Zacharias

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