Coronavirus in Halver: Pause nach 1600 Masken

Die Masken-Näherinnen hören auf: Zum Abschluss gibt es eine Spendenaktion

Bildzeile: Klare Botschaft von den Halveranerinnen Franziska Ihne, Marita Eicker, Janin Altun, Julia und Lena Greß, Elisabeth Gardemeier und Lorena Kattwinkel (von oben links nach unten rechts).
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Bildzeile: Klare Botschaft von den Halveranerinnen Franziska Ihne, Marita Eicker, Janin Altun, Julia und Lena Greß, Elisabeth Gardemeier und Lorena Kattwinkel (von oben links nach unten rechts).

Halver - Acht Frauen, 1600 Masken. Nach vier Wochen brauchen die Näherinnen eine Pause. Sie hören auf. Aber zum Abschluss haben sie noch ein Anliegen.

1200 Masken made in Halver. In Handarbeit an der heimischen Nähmaschine. Hergestellt inmitten des Familienlebens. Und: kostenlos. Hinter den Nähmaschinen stecken Franziska Ihne, Janin Altun, Jeannine Riediger, Elisabeth Gardemeier, Julia und Lena Greß, Lorena Kattwinkel sowie Marita Eicker. Sie nähen noch immer jeden Tag Alltagsmasken. Aber jetzt soll damit Schluss sein. Diese Woche werden die letzten Schnittmuster geschnitten, die letzten Nähte genäht und die letzten Falten gebügelt. Mit den noch laufenden Bestellungen sind es dann rund 1600 Masken, die die Halveranerinnen genäht haben. „Wir brauchen eine Pause“, sagt Franziska Ihne. „Wir haben alle Familie.“ Zunächst hatten die Halveranerinnen vor allem in Arztpraxen und Pflegepersonal ausgeholfen. Nicht nur in Halver halfen sie in der Not, sondern auch über die Stadtgrenze hinweg. Die erste größere Spende ging an das Nierenzentrum in Lüdenscheid. Weiter ging es mit dem SOS-Kinderdorf in Lüdenscheid und der Diakonie. 

Coronavirus in Halver: Immer mehr fragen nach

Mittlerweile erreichen die Frauen Anfragen von Firmen und Privatpersonen – auch wegen der Maskenpflicht seit Montag. Auch wenn für die Masken nichts bezahlt werden musste, haben viele eine kleine Spende abgegeben. Das Geld haben sie gesammelt und gespendet. Die ersten beiden Spenden gingen an das Wildgehege Mesekendahl in Schalksmühle und an das Kinder- und Jugendhospiz Balthasar in Olpe. Die letzte Spende soll Ende dieser Woche den Affen- und Vogelpark Eckenhagen erreichen. Nicht nur eine Geldspende, sondern auch Futter. 

Spendenaktion: Raiffeisen macht mit

Dafür hat Franziska Ihne den Leiter des Raiffeisen-Markts in Halver angesprochen, ob dieser nicht ebenfalls den Tierpark unterstützen wolle. Auch die Genossenschaft spendet jetzt Futter. Zusätzlich stellt der Markt eine Gitterbox zur Verfügung, in der weitere Spenden von Privatpersonen gelagert werden können. Bis Freitag können Futterspenden dort abgegeben werde. Am Samstag wird Franziska Ihne dann mit einem Anhänger, nach Eckenhagen fahren und die Spende überreichen. Mit dieser Spendenaktion soll auch die Arbeit der sieben Frauen enden. „Ich denke, das ist ein schöner Abschluss“, sagt Franziska Ihne. Wer Kinder hat, kennt den Affen- und Vogelpark Eckenhagen. Als Franziska Ihne von der schlechten Situation des Parks gehört hat, wollte sie helfen. Aktuell kann weder sie, noch irgendwer sonst einen Ausflug in solch einen Park machen. Was sie jedoch will, ist, dass es nach der Corona-Krise für sie und andere Familien möglich bleibt. 

"Tragt eine Maske"

Mit der Spendenaktion wollen die Näherinnen helfen, aber sie wagen auch einen Blick in die Zukunft und zeigen: Es geht alles wieder vorbei und die Zeiten kommen zurück Einig sind sie sich auch: „Tragt alle eine Maske – und bleibt gesund.“ Diskussionen über das Tragen von Masken können sie nicht nachvollziehen. „Wenn sogar Ärzte sagen, eine Maske zu tragen ist besser als nichts, wie können dann Menschen, die es nicht besser wissen, etwas dagegen sagen“, sagt Ihne. „Mit der Maske schütze ich nicht mich, sondern andere. Wenn aber jeder eine trägt, werden auch alle geschützt.“ In dieser Woche kann man noch Masken bei den Frauen bestellen. Als Dankeschön für die Arbeit oder auch unabhängig davon, kann man die Aktion für den Affen- und Vogelpark Eckenhagen unterstützen.

Spendenaktion: So können Sie noch mitmachen

Wer auch mit einer Futter- oder Geldspende helfen möchte, kann das noch bis Freitag bewziehungsweise bis zum heutigen Donnerstag (wegen Feiertag). Futterspenden können im Raiffeisen-Markt abgegeben werden. Wer mit Geld helfen will, kann sich über das soziale Netzwerk Facebook mit Franziska Ihne in Verbindung setzen. Ihr Profilname ist Franzi Ihne. Bisher unterstützen neben vielen Privatpersonen auch Tierphysiotherapie Nadine Wenzel, Physiotherapie Sabrina Pallara, ETH Consulting, Friseursalon Christina Gröne und Enterprise Autovermietung Kerstin Neise die Aktion der Näherinnen.

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