Neue Technologie

Maschinen sollen riechen lernen: Firma aus dem MK steigt in Start-up ein

Maschinen, die riechen, Turck duotec, Halver
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Erster Mehrkanal-Gasdetektor-Chip für den Massenmarkt.

Maschinen sollen riechen lernen. Mit einer neuen Technologie ist das möglich. Eine Firma aus dem MK beteiligt sich daran.

Halver – Die Halveraner Firma Turck duotec beteiligt sich an einem Start-up im sächsischen Freital, das Geräten und Maschinen das Riechen beibringen will. Mit der Beteiligung an SmartNanotubes Technologies plant das Unternehmen aus Halver die Kompetenzerweiterung im Bereich Sensorik.

Um weitere innovative Technologien anzubieten, beteilige sich Turck duotec als strategischer Partner an dem Deeptech Start-up SmartNanotubes Technologies aus Freital bei Dresden, heißt es in einer entsprechenden Mitteilung. Die beiden Unternehmen entwickeln und industrialisieren eine digitale Nase, mit der Geräten und Maschinen erstmals das Riechen ermöglicht wird.

Zahlreiche Anwendungsgebiete

Die Anwendungsgebiete seien zahlreich und reichten vom Einsatz in der Lebensmittelverarbeitung über die Medizinal-Diagnostik, die Gebäudetechnik, Smart-Home-Lösungen bis hin zur Sicherheitstechnik.

„Die duotec stellt sich weiter strategisch für die Zukunft auf. Ein wesentliches Element ist die Erweiterung unseres Kompetenzportfolios durch innovative und disruptive Technologien“, erläutert Arthur Rönisch, Geschäftsführer und CIO von Turck duotec in Halver. „Mit dieser neuartigen Sensorik sind wir im Markt mehr als die sprichwörtliche Nasenlänge voraus. Wir werden gemeinsam mit unseren Kunden dieses Know-how in deren Produkte einfließen lassen.“

Entwicklerplattform und Endgerät in einem: Der Smell Inspector ist noch in diesem Jahr erhältlich.

Turck duotec übernimmt die Industrialisierung der von SmartNanotubes entwickelten e-Nose, die ab dem vierten Quartal in diesem Jahr erhältlich sein wird, so die Ankündigung. Damit werde es erstmals möglich sein, mit einem sehr kleinen und in hohen Stückzahlen kostengünstig zu produzierenden Chip eine Vielzahl an Gerüchen beziehungsweise flüchtigen organischen Verbindungen zu analysieren.

Die digitale Nase ist eine außergewöhnliche Zukunftstechnologie.

Philipp Mirliauntas, Geschäftsführer und CSO von Turck duotec

„Die digitale Nase ist eine außergewöhnliche Zukunftstechnologie, denn sie kommt mit ihrer Fähigkeit, ein Vielfaches an Gasen gleichzeitig zu detektieren, der menschlichen Nase viel näher als die bereits am Markt befindlichen Lösungen. Damit sind bahnbrechende Anwendungen denkbar, etwa, um anhand der Atemluft eines Menschen frühzeitig ernsthafte Erkrankungen wie zum Beispiel Krebs zu diagnostizieren“, erläutert Philipp Mirliauntas, Geschäftsführer und CSO von Turck duotec. „Wir sehen daher in der Zusammenarbeit mit SmartNanotubes Technologies eine ideale Kompetenzergänzung, die es unseren Kunden zukünftig ermöglichen wird, ihrerseits innovative Produkte zu entwickeln, in den Markt zu bringen und einen Wettbewerbsvorteil zu erzielen.“

Fast wie die menschliche Nase

Die von SmartNanotubes Technologies hergestellten Nanomaterialien sind hochsensitiv und kommen dem Geruchssinn der menschlichen Nase sehr nahe.

Der entwickelte Smell Detector detektiert Gase mit einer Auflösung im ppb-Bereich (parts per billion, zu Deutsch „Teile pro Milliarde“) und ist hundertmal empfindlicher als derzeit verfügbare Technologien. Zudem erlernt und erkennt der Smell Detector mit Hilfe künstlicher Intelligenz (KI) verschiedene Geruchsmuster.

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