Marek Tomicki muss Atelier Tanke aufgeben

Das Duo „Tangoyim“ wird das letzte Konzert in der Tanke von Marek Tomicki bestreiten.

HALVER ▪ „Es ist alles nicht mehr planbar!“ Die Entscheidung ist Marek Tomicki sichtbar schwer gefallen, doch er wird sein Atelier Tanke an der Thomasstraße – das längst zu einem kleinen Kulturzentrum geworden ist – aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Vor sechs Jahren hatte der Künstler die ehemalige Tankstelle übernommen, Durchbrüche geschaffen, gemauert, renoviert und schließlich auch die Außenanlagen auf Vordermann gebracht.

„Mit der Harke habe ich 40 Tonnen Erde verteilt“, erinnert sich Tomicki an die schweißtreibende Arbeit. Doch letztlich diente dies wie auch alle anderen Arbeiten dem Ziel, ein gemütliches Ambiente für die Veranstaltungen zu schaffen, mit denen Marek Tomicki die „Tanke“ nicht nur in Halver, sondern auch weit darüber hinaus bekannt gemacht hat. Lesungen, Konzerte unterschiedlichster Art, Ausstellungen und nicht zuletzt die berühmt-berüchtigten „Tanke-Shots“ ließen beim Halveraner den eigentlichen Zweck des Ateliers, das Malen, oft genug in die zweite Reihe rücken.

Und Ideen hat Tomicki noch so einige, wie zum Beispiel der Kino-Club. Doch dessen Premiere musste aufgrund eines Krankenhausaufenthaltes des Künstlers ebenso ausfallen wie das für das kommende Wochenende geplante Konzert von Jolanta Wolters. „Ich habe den Kampf verloren“, verdeutlicht Marek Tomicki schwermütig, dass er gerne weitermachen und die kleinen oder größeren Widerstände umschiffen würde. Doch der gesundheitliche Zustand lässt es nicht mehr zu – und die Dinge dann seiner Frau Bettina zu überlassen, die ihn stets bei allem tatkräftig unterstützt hat, will Tomicki nicht.

So wird es nur noch drei Veranstaltungen in Marek Tomickis Atelier Tanke geben: Am 30. November der Auftritt von Stefanie Hölzle und Daniel Marsch als „Tangoyim“ (eine Reise durch die Musik des Balkans) und am 7. Dezember die Krimi-Lesung „Mord am Hellweg“. Dazwischen, am 4. Dezember, gibt es dann Geburtstag und Leichenschmaus in einem, wie der Künstler auf seine ironische Weise verkündet. Beim sechsten und damit letzten Geburtstag des Ateliers unter Tomicki wird er wieder seine eigenen Werke präsentieren.

Allerdings hat er noch nicht die Hoffnung aufgegeben, dass sich ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin findet, der oder die ab Januar das Atelier an der Thomasstraße übernimmt. „Denn mein Herzenswunsch ist es, dass es so bleibt!“ Tomicki meint damit, dass das Gebäude künftig nicht leer stehen und verkommen wird. Denn dass man diese kulturelle Einrichtung nicht genauso fortführen kann, wie es der Halveraner getan hat, stellte eine befreundete Künstlerin klar: „Marek, die Tanke, das bist du!“ ▪ Det Ruthmann

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