Prozess am Amtsgericht

Mann wirft Whisky-Glas und landet vor Gericht

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Halver/Lüdenscheid - Weil er ein Whisky-Glas geworfen hat, steht ein 33-Jähriger aus Halver unter anderem vor Gericht.

In eher schlechter Verfassung befand sich ein heute 33-jähriger Mann aus Halver am 9. April 2018: Seiner Randale fielen laut Anklage eine Etagentür, zwei weitere Türen und eine Fensterscheibe zum Opfer. Der Gesamtschaden soll bei 3500 Euro gelegen haben.

„Für die Schäden bin ich definitiv verantwortlich“, erklärte er im Amtsgericht Lüdenscheid, wo er sich wegen der mehrfachen Sachbeschädigung rund um seine damalige Wohnung in Halver verantworten muss. Als zweiten Tatvorwurf nennt die Anklageschrift eine gefährliche Körperverletzung. 

Persönlicher Kummer als Ursache

Davon will der Angeklagte aber nichts mehr wissen: „Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich ein Whiskyglas geworfen hätte.“ Das Glas soll einen Zeugen am Rücken getroffen und dort eine Prellung verursacht haben. Langsam näherte sich der äußerst freundlich wirkende Angeklagte im Gerichtssaal dem Geschehen jenes Tages: Persönlicher Kummer habe ihn zu erheblichem Alkoholkonsum veranlasst – seine Verfassung sei „desolat“ gewesen. „Ich war in Rage, und ich war aggressiv.“ 

Den angeblich vom Whiskyglas getroffenen Zeugen habe er deshalb gebeten zu gehen, nachdem dieser seine Wohnung betreten hatte. Längst habe man sich freundschaftlich darüber verständigt, dass es nichts nachzutragen gebe – außer der immer noch nicht geleisteten Zahlung für die angerichteten Schäden. Beträchtliche Schulden hätten einen Ausgleich verhindert, berichtet der 33-Jährige.

Kleine Vorstrafen

Kleine Vorstrafen stehen in seinem Register. „Wegen Körperverletzungsdelikten bin ich noch nie aufgefallen“, erklärt er. „Es geht bergauf.“ Dazu gehört auch ein Job. Weil der angeblich von einem Whiskyglas getroffene Zeuge nicht erschienen ist, kann er weder eine mögliche Geringfügigkeit noch das angebliche Desinteresse an einer Verfolgung der gefährlichen Körperverletzung bestätigen.

Richter Thomas Kabus ahndet seine Säumigkeit mit einem Ordnungsgeld von 200 Euro - wahlweise vier Tage Ordnungshaft. Weil sowohl der Richter als auch die Vertreterin der Staatsanwaltschaft den Hauptvorwurf gerne klären möchten, wird die Verhandlung vertagt: Neuer Termin von Amts wegen.

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