Infektion nach Sexualkontakten

Gefährliche Körperverletzung: Anderen Mann mit HIV infiziert

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Nach Sexualkontakten bekommt ein Mann aus Halver die Diagnose: Er ist HIV-positiv.

Halver/Lüdenscheid - Eine Körperverletzung warf die Anklage im Amtsgericht Lüdenscheid einem 21-jährigen Mann aus Wuppertal vor. Doch ein Urteil gab es nicht.

Richterin Kristina Thies stellte fest, dass der Angeklagte durch sein Handeln das Leben eines rund 30 Jahre älteren Mannes aus Halver gefährdet habe: Der HIV-positive Angeklagte habe ihn durch Sexualkontakte ebenfalls mit der schweren Immunkrankheit infiziert, erklärte der einzige Zeuge. 

Die Tat wird nun als gefährliche Körperverletzung vor dem Schöffengericht angeklagt, weil die Strafgewalt der Einzelrichterin nur bis höchstens zwei Jahre gereicht hätte. Der Halveraner berichtete vom Beginn der Beziehung: Den Angeklagten habe er im Sommer 2018 kennengelernt.

Nach anfänglichen Spaziergängen sei es bald darauf zu ersten Sexualkontakten gekommen. „Es sollte eine feste Beziehung werden. Auf einen One-Night-Stand hatte ich keinen Bock“, erklärte der Zeuge. „Irgendwann hat er mir gesagt, dass er HIV habe.“ 

Massive Gesundheitsprobleme

Auf eine Phase beunruhigender Unsicherheit folgten massive Gesundheitsprobleme, entsprechende Untersuchungen und die traurige Gewissheit, an der schweren Immunkrankheit zu leiden. Der Angeklagte schwieg zunächst zu den Vorwürfen. 

Musste er aufgrund medizinischer Befunde von seiner Krankheit wissen? Hier gäbe es für weitere Ermittlungen ein reiches Betätigungsfeld. Verteidiger Dirk Löber brachte noch eine andere Art von Zweifel ins Spiel und deutete zukünftige Nachfragen an den Zeugen an, ob dieser sich bei Sexualkontakten zu einer anderen Person mit dem HIV-Virus angesteckt haben könnte. Dem Schöffengericht könnte damit eine umfangreiche Beweisaufnahme bevorstehen.

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