Neues Oberhaupt für Kirchenkreis

Pogorzelski kandidiert - als Superintendent

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Martin Pogorzelski ist seit acht Jahren Pfarrer in Halver. Nun möchte er Superintendent werden.

Halver - Martin Pogorzelski tritt im September an zur Wahl in die höchste Position, die der Evangelische Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg zu vergeben hat. Er möchte als Superintendent die Nachfolge von Klaus Majoress antreten, der aus Altersgründen nach genau 20 Amtsjahren ausscheidet.

Ob es der 59-jährige Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Halver sein wird oder sein Gegenkandidat, Dr. Christof Grote aus Attendorn, entscheidet am Ende die Kreissynode, die am 25. September als Wahlsynode zusammentritt. Die Wahl wird in der Schützenhalle Loh in Lüdenscheid stattfinden. 

Zuvor sind noch Vorstellungstermine beider Kandidaten am 9. und 10. September in Lüdenscheid und Plettenberg vorgesehen. Aufgrund der Corona-Pandemie gelten für alle Veranstaltungen Sicherheitsauflagen, sodass sie vermutlich nur teilöffentlich durchgeführt werden können. 

80.000 Mitglieder unter sich

Nach Hans-Ulrich Köster wäre es bei Pogorzelskis Wahl erneut ein Halveraner, der an der Spitze des Kirchenkreises mit rund 80 000 Gemeindegliedern stehen würde. Er wie auch Grote wurden aus dem Kirchenkreis heraus dem Wahlausschuss, dem sogenannten Nominierungsausschuss, vorgeschlagen. Dies sei Thema bereits seit dem Frühjahr vergangenen Jahres gewesen, sagte Pogorzelski am Dienstag im Gespräch. Danach habe er sich beraten „mit Gott, Familie und Bekannten“, um sich dann für die Kandidatur zu entscheiden. 

Seit acht Jahren Pfarrer in Halver

Dass der Pfarrer, der seit acht Jahren in Halver tätig ist, sehr sorgfältig nachgedacht hat, wird deutlich beim Blick auf die Dimension der Aufgabe, die auf ihn warten würde. Der flächenmäßig riesengroße Kirchenkreis beschäftigt rund 300 hauptamtliche Mitarbeiter die das Rückgrat bilden für eine noch weitaus höhere Zahl von Ehrenamtlichen. Beratungsstellen, Kindertagesstätten, Möbelbörse und vieles mehr weist das Organigramm der evangelischen Kirche in der Region auf. Allein im Diakonischen Werk sind etwa 1000 Ehrenamtliche tätig. 

Der Superintendent, der seinen Dienstsitz an der Lüdenscheider Hohfuhrstraße hat, ist damit Leiter eines großen, mittelständischen Unternehmens mit einem Riesenbudget. Was er einzubringen hat im Falle einer Wahl, ist unter anderem das, was Geistlichen aus ihrem Beruf heraus vertraut ist. Konfliktlösungen und Krisenmanagement gehören zum Beispiel dazu. Und der Bedarf dafür ist programmiert. 

Kirchensteuer ist ein wichtiges Thema

Die Schätzungen über den Rückgang der Kirchensteuer in den kommenden Jahren und Jahrzehnten gehen deutlich auseinander. Dass er drastisch sein wird, steht dabei außer Frage. „Wir werden um Einschnitte nicht herumkommen“, sagt Pogorzelski. Was aus eigener Kraft haltbar sei, wo über Finanzierungen der teils öffentlichen Aufgaben, die die Kirche übernimmt, neu gesprochen werden müsse, lässt er offen – weil es schlicht nicht einzuschätzen sei. 

Warum er die Zukunft von Kirche positiv sieht, wird im vertiefenden Gespräch klar: „Wir sind als Kirche nicht wie eine politische Partei einer Idee verpflichtet, sondern einer Person. Wir sind Dienstleister für Gott und dafür, den Kontakt zu ihm zu schaffen. Das ist das Primäre, das Kerngeschäft.“ Zugleich ist dieses Bekenntnis der Ansatz, Menschen für den Glauben zu gewinnen und auch die elementar wichtige Ressource der Kirche, das Ehrenamt. Dort, wo Menschen den Satz „nah bei Jesus, nah bei den Menschen“ verinnerlichten und lebten, sei ihm nicht bange um die Zukunft der Gemeinden. Eine Abkehr von den diakonischen Aufgaben könne er sich nicht vorstellen, weil eben dort Christen nah an den Menschen seien – unabhängig übrigens von deren Konfession.

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