74-Jähriger vor Gericht

Mann geht brutal mit Regenschirm auf Passanten los - nicht zum ersten Mal wird er handgreiflich

Mit einem Regenschirm hat einer 74-jähriger Mann aus Halver einen Passanten angegriffen. Nicht zum ersten Mal wurde der Mann handgreiflich.
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Mit einem Regenschirm hat einer 74-jähriger Mann aus Halver einen Passanten angegriffen. Nicht zum ersten Mal wurde der Mann handgreiflich.

Halver/Lüdenscheid - Mit einem Regenschirm ist ein 74-jähriger Mann auf anderen Passanten losgegangen. Nun muss er sich vor Gericht verantworten.

Seinen Regenschirm soll ein 74-jähriger Senior aus Halver mehrfach gegen andere Passanten eingesetzt haben. Laut Anklage schlug er mit dem ungewöhnlichen gefährlichen Werkzeug am zweiten Weihnachtstag 2019 auf Oberkörper und Kopf eines Zeugen ein. Dieser soll dadurch Prellungen im Hals- und Brustbereich sowie Schürfwunden im Gesicht erlitten haben. 

Der Angeklagte soll darüber hinaus gedroht haben, dem Zeugen den Kopf abzuschneiden – mit einem Messer. Am 7. März soll es – ebenfalls im Bereich der Fischteiche am Herpiner Weg – einen weiteren Angriff gegeben haben. Diesmal schlug der Angeklagte angeblich einer Zeugin mit der flachen Hand ins Gesicht. 

Erhebliche Probleme bei der Vernehmung

Schon die Vernehmung des Seniors stieß im Amtsgericht Lüdenscheid auf erhebliche Probleme: Das begann mit Tag und Monat seiner Geburt und endete mit den unerwünschten Bemühungen des überforderten Dolmetschers, die offenkundig recht wirren Angaben des Angeklagten irgendwie zu sinnvollen Aussagen zusammenzufügen. 

In dieser bearbeiteten Form konnten Staatsanwalt und Richterin mit seinen Angaben nichts anfangen, auch wenn der alte Herr angeblich versicherte: „Ich will aussagen.“ Wenn die geäußerten Bruchstücke überhaupt einen Sinn hatten, so war es die Variante eines Klassikers, der schon im Kindergarten sehr beliebt ist: „Die haben angefangen!“ Dabei sei der Angeklagte selber derart heftig ins Gesicht geschlagen worden, „dass es blutete“, übersetzte der Dolmetscher.

Psychiatrischer Gutachter bestellt

Der Verteidiger des 74-Jährigen leitete das vorläufige Ende der Verhandlung ein. Er berichtete von einer langjährigen hirnorganischen Erkrankung seines Mandanten, die Gedächtnisverlust und eine Neigung zu aggressivem Verhalten zur Folge habe. Und so verdichteten sich die Zweifel des Staatsanwalts, „ob wir einen fairen Prozess durchführen können“, zur Gewissheit: Ein psychiatrischer Gutachter soll den Angeklagten untersuchen und ein Gutachten über dessen Verhandlungs- und Schuldfähigkeit erstellen. 

Richterin Kristina Thies verwies auf Berichte, dass der Angeklagte schon früher Passanten angepöbelt habe. Schlimmstenfalls droht dem 74-Jährigen eine Verhandlung im Landgericht, die über seine mögliche Gefährlichkeit für die Allgemeinheit und seine Einweisung in ein psychiatrisches Krankenhaus zu entscheiden hätte. 

Empfehlung zum Abstandhalten

Bis sich die Justiz erneut mit dem Fall beschäftigt, sollten die aktuellen Empfehlungen zum Abstandhalten im Bereich Herpiner Weg nicht nur wegen der Corona-Pandemie beherzigt werden. Den Mindestabstand definieren dabei die addierten Längen eines Arms und eines Regenschirms.

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