„Maisgröße ist schon gewaltig“

HALVER ▪ 2,50 bis 2,80 Meter in die Höhe sind die Maispflanzen in Halver schon gewachsen. „Damit hat keiner gerechnet“, zeigt sich der Ortslandwirt Michael Loitz vom zu erwartenden Ernteertrag überrascht. Der Silo-Mais habe sich super entwickelt. Bei den Halveraner Landwirten sei die Stimmung daher insgesamt ganz gut. Doch: Die Ernte fällt nicht in allen Bereichen wie erhofft aus.

Der Mais hatte zu Beginn einen schlechten Start hingelegt. Die ersten vier Wochen wollte die Ackerfrucht erst gar nicht aus der Erde kommen, selbst im Juni waren die Pflanzen noch gelb und klein. Warmes Wetter und der anschließende Regen haben dann noch den Wandel gebracht. „Überall steht er bombig“, freut sich nun der Ortslandwirt.

Doch nicht jedes Futter fürs Vieh hat sich so prächtig entwickelt. Gerade der Grünschnitt lässt länger auf sich warten als gewünscht – und ausgerechnet das Grün macht den überwiegenden Anteil der bewirtschafteten Fläche aus. Den dritten Schnitt des Jahres müssen viele Landwirte auf ihren Flächen noch vornehmen. Damit liegt man deutlich hinter den Erwartungen. Denn: Ende Juni wurde überwiegend das letzte Mal geschnitten, normalerweise wäre fünf bis sechs Wochen später die nächste Ernte drangewesen. Die kostspielige Folge, die nun viele Landwirte fürchten: „Im Winter muss teils Futter zugekauft werden“, weiß Loitz. „Die Grundfuttersituation ist angespannt.“

Mit Staunen blickt der Ortslandwirt auch auf die Folgen der Waldbrände in Russland, die zu einem Getreideliefer-Stop ins Ausland führte – und zu höheren Preisen von Getreide. „Von Russland schlägt es bis an die Basis in Halver durch.“ So sei der Weizen aktuell knapp doppelt so teuer wie noch im März. „Das Zukauffutter ist preislich gestiegen.“

Der Weizen steht in Halver in diesen Tagen überwiegend noch auf den Feldern. Der Ortslandwirt geht aber von einem nicht so guten Hektolitergewicht wie in den Vorjahren aus. Wie die Ernte letztlich ausfallen wird, hänge auch von den nächsten Tagen ab. „Mal sehen, ob es bald abkommt.“ Falls nicht, könnten durch die Niederschläge Pilze die Körner befallen. Ebenfalls abwarten müssen die Halveraner Landwirte die Erträge bei der Sommergerste. Diese steht weiter auf den Feldern.

Erledigt ist hingegen die Ernte der Wintergerste. Diese habe gute Erträge geliefert. „Schöne, dicke Körner“, beschreibt Loitz. Das habe auch daran gelegen, dass sie keinen Hitzestress gehabt hätten. Vom strengen Winter in Mitleidenschaft gezogen wurde hingegen der Raps.

Froh sind die Landwirte über den Regen gewesen, der nach der Hitze einsetzte. Auch wenn viele Bürger anders denken: Es ist nicht durchweg ein Dauerregen gewesen. ▪ Marco Fraune

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare