Magische Momente in der Kirche

+
Feierten einen umjubelten Auftritt in Halver: „The Royal Squeeze Box“ alias Roman D. Metzner (links) und Aaron Perry sorgten zusammen mit dem Lichtkünstler Jörg Rost für einen unvergesslichen Abend.

HALVER - „Halver rockt! Yeah!“ Mitgerissen vom Zauber des Augenblicks, gab sich das Publikum am Sonntag in der katholischen Christus-König Kirche magischen Momenten hin.

Von Monika Salzmann

Einen unvergesslichen Abend erlebten die Halveraner im Rahmen der Kulturzeit mit „The Royal Squeeze Box“ und der künstlerischen Lichtgestaltung von „Rost:Licht“. Für sich allein waren die Illumination des Schwerter Lichtkünstlers Jörg Rost – eigens für die Kirche komponiert – und die grandiose Freddie Mercury-Hommage von Roman D. Metzner (Akkordeon und Gesang) und Aaron Perry (Gesang) „Standing Ovations“ wert.

Zusammen, in stetem Dialog, waren Licht und Musik von überwältigender, atemberaubender Wirkung. Keine Gelegenheit ließen sich die Zuhörer entgehen, aktiv ins musikalische Geschehen einzugreifen und mit den beiden Musikern auf Zeitreise in die „Queen-Ära“ zu gehen. Ob schunkeln, mitsingen, klatschen oder mit den Füßen stampfen: Jede Vorgabe fand vielfachen Widerhall. Am Ende, bei „We will rock you“, rockte das ganze Haus.

Stehend feierten die begeisterten Zuschauer „The Royal Squeeze Box“, sprich „Die königliche Quetschkommode“, und ihren Lichtzauberer Rost. Aus „aufgeheizter“ Stadionatmosphäre („We are the champions“) kehrten die Besucher letztlich mit „Who wants to live forever“ (für den Film „Highlander“ komponiert) als zweiter Zugabe zur lyrischen Musik des Konzertauftakts zurück.

Ob gefühlvoll mit weitgehend unbekannten Rockballaden aus der Feder Freddie Mercury’s oder kraftvoll mit den großen, unsterblichen „Queen“-Hits: Immer wieder sorgten die beiden sympathischen Musiker aus Dortmund, die sowohl die leisen wie die „vollmundigen“ Töne meisterhaft beherrschten, für wohliges „Gänsehaut-Feeling“ im großen Rund. Gänsehaut, weil Aaron Perry’s Gesang unglaublich authentisch wirkte und an Freddie Mercury im Originalton erinnerte. Und Gänsehaut, weil Roman D. Metzner mit seinem Akkordeon und Gesang in der Tat – wie angekündigt – eine komplette Rockband samt Chor ersetzte, wenn’s sein musste. Er sorgte auch für Jodler und Nachhalleffekt.

Wie Mercury begeisterte Perry, der eine vierjährige klassische Gesangsausbildung in Cambridge absolvierte, mit ungewöhnlich großem Stimmumfang und bemerkenswerter Ausdruckskraft. Extreme Höhen bis ins Falsett hinein meisterte er mit spielerischer Leichtigkeit. Sogar die „Bohemian Rhapsody“, ein Meilenstein der Rockgeschichte und am Sonntag einer der Höhepunkte beim fulminanten „Spagat zwischen Größenwahn und Comedy“, war da nicht zu hoch gegriffen.

Den Menschen Mercury, seinen Glauben, seine Angst vor dem Verlust der großen Liebe, seine Freude am Spiel mit der Sprache und vieles mehr, und den Künstler Mercury lernten die Zuhörer beim frenetisch gefeierten (Licht-) Konzert kennen. Den „Wow“-Effekt toppte einzig das berauschende Farbspiel, mit dem Lichtkünstler Jörg Rost die lyrischen bis pulsierenden Klänge in eine visuelle Dimension übersetzte. Auf einzigartige Weise nahm seine Illumination auf die Architekturelemente der Kirche und den Stimmungsgehalt der Songs Bezug. Faszinierend, diese Melange aus Licht und Musik!

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare