Lüdenscheider Vokalensemble begeistert in Halver

Kleines Konzert, das viele Besucher anlockte: Am Sonntag präsentierten sich die Sängerinnen und Sänger des Lüdenscheider Vokalensembles erstmals unter der Leitung des Dirigenten Dmitri Grigoriev in der Kirche „Christus König“. - Diederich

HALVER - Es war das gleiche Programm, das das Lüdenscheider Vokalensemble bereits am Vortag in der Lüdenscheider Erlöserkirche präsentiert hatte - doch in Halvers katholischer Kirche verfolgten durchaus mehr Besucher das kleine, aber feine Konzert. Etwa 70 Besucher waren gekommen, um sich die Stücke aus Klassik und Jazz anzuhören.

Der erste öffentliche Auftritt des Chors unter der Leitung von Dmitri Grigoriev stand unter dem Motto „Klassik trifft Jazz“ und wartete neben klassischer geistlicher Chormusik auch mit dem Stück „A little jazz mass“, einem Jazz-Oratorium, auf.

Das Programm an diesem Abend bestand ausschließlich aus zeitgenössischen Werken. Zum Auftakt ihres knapp einstündigen Auftritts gaben die Sängerinnen und Sänger zunächst auf der Empore die „Quatre Motets, op. 9“ des französischen Komponisten und Organisten Marcel Dupre zum Besten. „Orgel und Chor bilden so einen gemeinsamen Klangkörper, es geht alleine um die Akustik“, erklärte Dirigent Dmitri Grigoriev, der den Chor erst seit kurzer Zeit leitet und erstmals gemeinsam mit dem Ensemble in Halver auftrat.

Im Anschluss an die feierliche Einleitung „O Salutaris“ durch den Chor glänzte die Sopranistin Petra König-Gurian im Rahmen des gefühlsbetonten „Ave Maria“. Beim „Tatum ergo“ und dem finalen „Laudate“ handelte es sich dann wieder um prägnante Chorpassagen.

Im Anschluss an das einleitende Werk begaben sich die Sängerinnen und Sänger in den Altarraum, um von dort den Rest des Konzertes zu bestreiten. Die „Quatre motets pour un temps de penitence“ von Francis Poulenc bestachen beim einleitenden „Timor et tremor“ durch kraftvollen, voluminösen Chorgesang, während der zweite Teil „Tristis est anima mea“ durch den rhythmisch-dynamischen Wechsel von weiblichen und männlichen Stimmen eine besondere Wirkung erzielte. Die andächtige Motette „O sacrum convivium“ von Olivier Messiaen bildete dagegen eine musikalische Insel der Ruhe und Andacht, bei der Grigoriev, der im Anschluss mit „Pater noster“ auch noch eine seiner eigenen Kompositionen zur Aufführung brachte, die Sängerinnen und Sänger mit präzise gesetzten Akzenten durch das Werk führte.

Ein außergewöhnliches Klangerlebnis bot sich den Musikfreunden schließlich mit dem Finalstück „A little jazz mass“ aus der Feder des britischen Komponisten und Chorleiters Bob Chilcott. In den Sätzen „Kyrie“, „Gloria“, „Sanctus“, „Benedictus“ und „Agnus Dei“ bildeten die Stimmen des Vokalensembles mit der rhythmischen Begleitung der Jazz-Formation, bestehend aus Matthias Nagel (Orgel, E-Piano), der auch die musikalische Begleitung der vorangegangenen Werke übernommen hatte, sowie Judith Krischke (Kontrabass) und Kay Siepmann (Schlagzeug), eine homogene und wohlklingende Einheit. Insbesondere der sonore Kontrabass und das dezente Schlagzeug unterstützten den Gesang auf außergewöhnliche, aber hörenswerte Weise.

So konnten sich die Musikfreunde schließlich noch auf eine Wiederholung des beschwingten zweiten Satzes „Gloria“ als Nachschlag freuen. - bot/die

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