Löschgruppe Carthausen wird aufgelöst

Das Schild am Gerätehaus der Löschgruppe Carthausen muss bald abmontiert werden: Die Einheit wird am 31. Oktober zum letzten Mal in Bereitschaft sein. Damit endet eine 112-jährige Tradition. ▪ F. Zacharias

HALVER ▪ Die Löschgruppe Carthausen wird zum 31. Oktober aufgelöst. Stadtbrandinspektor Stefan Czarkowski bestätigte dem AA vorliegende Informationen, nach denen der traditionsreiche Feuerwehrstandort nach 112 Jahren aus personellen Gründen aufgegeben werden muss.

„Das ist keine schöne Sache und alles andere als einfach“, betont Czarkowski, der sich der Besonderheit dieser Maßnahme bewusst ist. „Eine Schließung ist immer noch die Ausnahme. Aber ich vermute, dass in nicht allzu ferner Zukunft auch einige Nachbarstädte davon betroffen sein werden.“ Denn: Als Grund für die Auflösung der Löschgruppe nennt der Stadtbrandinspektor den schon oft zitierten demographischen Wandel, der sich nun erstmals auf das öffentliche Leben in Halver auswirke. Sprich: Die Überalterung fordert ihren Tribut, die Zahl der Feuerwehrleute im aktiven Dienst geht zurück.

„Wir haben in Carthausen einfach nicht mehr das Personal, um die Einsatzfähigkeit der Löschgruppe sicherzustellen“, sagt Stefan Czarkowski, der in Carthausen aktuell nur noch 13 Feuerwehrleute zählt. Nur drei von ihnen seien für den Einsatz mit Atemschutzgerät geschult, insgesamt neun seien notwendig, um überhaupt einen Einsatz fahren zu können. Die Löschgruppe nebst Räumen unterhalb der Schule an der Susannenhöhe unter diesen Bedingungen aufrecht zu erhalten, sei unmöglich, erklärte der Stadtbrandinspektor.

Die Einwohner von Carthausen und Oeckinghausen müssten sich nach der Auflösung der Löschgruppe aber keineswegs um ihre Sicherheit im Brandfall sorgen. „Dieser Bereich ist aufgrund seiner Nähe zum Löschzug Stadtmitte immer noch besser versorgt als manch anderer Außenbezirk“, so Czarkowski.

In welche Einheit die 13 Carthausener Feuerwehrleute nun wechseln, bleibe ihnen überlassen, erklärte der Stadtbrandinspektor weiter. Bislang zeichne sich aber ab, dass die Mehrzahl zur Löschgruppe Buschhausen stoßen wird, während der Rest den Löschzug Stadtmitte verstärken will. Fest steht für Stefan Czarkowski, dass der nun beschlossene Schritt für keinen der Beteiligten ein leichter ist: „Neben dem Pflichtteil, den die Freiwillige Feuerwehr erfüllen muss, gibt es auch einen Kameradschaftsteil, durch den bis zu 30-jährige Freundschaften entstanden sind. Dazwischen braucht es eine Brücke, die man nicht bauen kann.“ ▪ Frank Zacharias

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