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Sturmtief Ignatz zerstört Naturdenkmal im MK

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Von: Carolina Ludwig

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Lindenhügel
linde.jpg © Ludwig, Carolina

Es ist ein schönes Motiv, auf das viele Oberbrügger und Ehringhausener regelmäßig blickten: Zwei Linden auf einem Hügel, umgeben von Nebel und der Sauerländer Landschaft. Doch seit einigen Tagen fehlt einer der beiden Bäume. Er ist dem Sturmtief Ignatz am vergangenen Donnerstag zum Opfer gefallen und mit dem einprägsamen Bild ging auch ein Naturdenkmal verloren.

Halver - Seit 1964 sind die beiden Linden auf dem sogenannten Lindenhügel auf Kiersper Stadtgebiet als Naturdenkmal eingetragen und geschützt. Damit sind sie eines von etwa 270 Naturdenkmälern im Märkischen Kreis (Stand 2016), meist handelt es sich laut der Internetseite des Kreises dabei um landschafts- oder ortsprägende sowie kulturhistorisch bedeutsame Einzelbäume, Baumgruppen und Alleen.

Landschaftsprägend

Die Landschaft prägt der Lindenhügel allemal, ob die beiden Bäume darauf auch eine kulturhistorische Bedeutung haben ist jedoch unklar. Manch einer munkelt, es könne sich bei einer der Linden um eine Gerichtslinde gehandelt haben. In ihrem Buch „Der Lebensraum von Oberbrügge und Ehringhausen in Vergangenheit und Gegenwart“ schreiben Alfred Brenne und Klaus Fastenrath jedoch, es lägen keine Beweise für diese Vermutung vor. Die mündliche Überlieferung sei dafür nicht verlässlich genug. Das Alter der Bäume gibt der Kreis mit geschätzten etwa 145 und 195 Jahren an.

Was mit der umgestürzten Linde nun geschieht, steht noch nicht fest. Zuständig für den Denkmalschutz ist der Märkische Kreis, bei dem die Meldung allerdings erst durch die Anfrage unserer Zeitung einging. „Normalerweise melden sich die Eigentümer bei uns“, erklärt Silke Thal, beim Kreis für Naturschutz und Landschaftspflege zuständig. Wurde ein geschützter Baum lediglich beschädigt, kümmert sich der Kreis um die Beseitigung und Versorgung des Schadens, damit das Naturdenkmal möglichst erhalten bleibt. Ist der Baum umgefallen, gehört das Holz dem Eigentümer und es kann in Einzelfällen Ersatz gepflanzt werden.

Denkmalschutz endet mit Umsturz

Vor einigen Jahren habe es in Rönsahl einen ähnlichen Fall gegeben, bei dem ein alleinstehender Baum umgefallen sei, erinnert sich der Kiersper Landschaftswächter Hermann Reyher. Damals sei vom Kreis gemeinsam mit dem zuständigen Landwirt ein Ersatzbaum gepflanzt worden.

Für den Lindenhügel könnte das auch eine Möglichkeit sein, wie Silke Thal erklärt. „Das macht Sinn, wenn es bei dem Naturdenkmal um das Landschaftsbild und nicht nur um den einzelnen Baum geht. Ansonsten endet der Denkmalschutz leider mit dem Umsturz des Baumes.“

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