Liedgut: Kindergärten stellen das Kopieren ein

Auch während der Laternenumzüge: Musiziert und gesungen wird viel in den Kindergärten. Hier gibt es nur Probleme mit den Lizenzen für das Kopieren der Noten.

HALVER ▪ Die Lizenzgesellschaft Gema fordert von Kindergärten Geld für kopierte Liederzettel. In Halver stößt dies größtenteils auf Unverständnis. Zugleich wird hier der unklaren Lage aber Rechnung getragen und das Kopieren der Notenblätter eingestellt. Lediglich die evangelischen Kindertageseinrichtungen haben bereits entsprechende Lizenzen erworben und dürfen nun insgesamt 500 Kopien pro Jahr fertigen.

Bevor die Arbeiterwohlfahrt als Träger noch keine Verträge abgeschlossen hat, könnten im „Wundertüte“ an der Weststraße keine Kopien mehr erstellt werden, erklärt die Awo-Kita-Leiterin Doris Teske. „Das ist ansonsten zu brisant.“ So werde seit der Gema-Forderung verfahren.

„Ich finde das unmöglich, das erschwert uns die Arbeit“, kritisiert die Leiterin das Vorgehen der Lizenzgesellschaft. Schließlich sollten die Eltern auch mitsingen können. „Es ist wichtiges Kulturgut, was verloren geht.“ Wünschenswert sei schließlich, wenn nicht nur im Kindergarten, sondern dann auch zuhause die Lieder gesungen werden. „Das wird erheblich erschwert.“

Auf das Verteilen der kopierten Notenzettel verzichten derzeit auch die beiden katholischen Kindergärten, St. Nikolaus an der Bachstraße und St. Georg am Burgweg. Die Leiterin aus Halver, Petra Dörenbach, weiß um das Problem und wartet nun eine Entscheidung des Trägers ab. „Wir verteilen jetzt keine Noten“. Die Lizenzforderungen versteht sie persönlich nicht, denn es gebe keinen kommerziellen Hintergrund in den Kindergärten, sondern es handele sich um soziale Einrichtungen. „Die sollten einen Sonderstatus haben.“

Auf die neue Situation, dass Liedgut, das jünger als 70 Jahre ist, nur mit einer Lizenz vervielfältigt werden darf, haben sich die beiden evangelischen Kindergärten bereits eingestellt. Gemeinsam würden nun pro Jahr 56 Euro für 500 Kopien gezahlt, weiß die Leiterin vom „Spatzennest“, Gabriele Bremmer. „Damit sind wir auf der sicheren Seite.“ Kopien für Eltern würden auch nur zu Anlässen wie dem Sommerfest oder dem Laternenumzug anfallen.

Die Lizenzforderung nimmt Bremmer als gegeben hin, „so wie ich auch meine anderen Gebühren bezahlen muss“. Anfallende Kosten für den TÜV oder den Brandschutz würden zudem schwerer ins Gewicht fallen. Mit der Zahlung der Gema-Gebühren hofft die Leiterin außerdem, dass die Arbeit der Musiker unterstützt wird.

Ihre Kollegin von der „Pusteblume“ findet die Forderung hingegen nicht angemessen. „Es ärgert uns schon manchmal.“ Schließlich sei bis zum Erwerb der Lizenz auf das Fotokopieren der Notenzettel seit Jahren verzichtet worden. Denn das Thema wäre schon lange im Gespräch gewesen, nur soll das Geld nun auch eingetrieben werden. Daher wurden in der evangelischen Kita nur für Gottesdienste Blätter fotokopiert, was kostenlos sei.

Die DRK-Kindertagesstätte an der Jugendheimstraße war gestern telefonisch nicht erreichbar. ▪ Marco Fraune

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare