Liebestolles Wild im Straßenverkehr

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Immer wieder kommt es zu Wildunfällen – auch in Halver. Hinweisschilder sollen Verkehrsteilnehmer auf den Wildwechsel aufmerksam machen.

Halver -  Liebestolles und paarungsbereites Wild sorgt derzeit für ein erhöhtes Risiko an Wildunfällen. Reflektoren sollen die Rehe von der Straße fern halten.

„Die Böcke sind auf Brautschau“, weiß Bernd Volkenrath, Leiter des Halveraner Hegerings, „die vergessen dann alles um sich herum, wenn auf der gegenüberliegenden Straße eine nette Ricke steht.“ In der Brunft- oder auch Blattzeit sei die Wahrscheinlichkeit für verunfalltes Wild höher als im Rest des Jahres, so der Fachmann weiter. „Denn die Tiere sind – anders als im Winter – unheimlich aktiv.“

Um Rehwild gerade in dieser Zeit zu schützen und Verkehrsunfälle zu vermeiden, appelliert Volkenrath an Autofahrer, aufmerksam und angemessen auf den Straßen unterwegs zu sein. Zudem werden an Wildwechselschwerpunkten im Halveraner Revier Reflektoren und Lichtsignale angebracht, um die Tiere von der Straße fernzuhalten.

Neben CDs, Folienstreifen und Katzenaugen, die sowohl Wild als auch Autofahrer aufmerksam machen sollen, werden seit über einem Jahr blaue Reflektoren an den Straßenbegrenzungspfählen installiert. Eine Farbe, die das Rehwild nachweislich stark wahrnimmt und sie so von der Straße fernhält.

360 tote Rehe führt Bernd Volkenrath in seiner Statistik des vergangenen Jahres. „Dazu gehört durch Jäger erlegtes, eines natürlichen Todes gestorbenes und auch verunfalltes Rehwild“, erklärt Volkenrath. Nachweislich seien davon 58 Tiere bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen. „Das sind 16 Prozent und jedes Prozent ist eines zu viel.“ Schließlich, so der Hegeringleiter, seien bei einem Zusammenstoß zwischen Auto und Tier auch immer Menschenleben in Gefahr. Daher rät er: „Wenn sich ein Zusammenstoß nicht mehr vermeiden lässt, sollte man nicht ausweichen, sondern gerade auf das Wild zufahren.“

Das Gros der angefahrenen Rehe verendet bereits am Unfallort, so Volkenrath. „Ansonsten kommen wir auf Meldung der Polizei und erlösen anhand eines Fangschusses das Tier schnellstmöglich.“ Sollte sich ein verletztes Tier in den Wald zurückziehen, spüren es die Jäger mithilfe des eigens ausgebildeten Hundes auf. „Die Kadaver werden in der Erde vergraben und wieder der Natur zugeführt.“

Als Unfallschwerpunkt gilt in Halver übrigens das Revier in Oeckinghausen an der Landesstraße 868. Volkenrath: „Ohne Wildunfälle kommt in Halver aber leider kein Revier aus.“

Von Friederike Domke

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