Letzter Tag in der Bäckerei Dörnen: "Sehr schade"

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Die leckeren Backwaren von Heinz-Werner und Cornelia Dörnen (v.l.) gingen am letzten Tag sprichwörtlich „weg wie warme Semmeln“.

Halver - „Das ist sehr schade! Gute Qualität, vernünftige Preise. Die einzige Bäckerei in Halver, die noch selbst backt.“ Wo Edith Gottwill, die seit 30 Jahren Stammkundin der Bäckerei Dörnen an der Hagener Straße ist, künftig ihr Brot kaufen soll, weiß sie noch nicht. Dass Heinz-Werner und Cornelia Dörnen ihre Bäckerei schließen, findet sie „sehr, sehr schade.“

Auch Sohn Maik geht der Abschied von dem Bäckermeister und seiner Frau, die an Silvester letztmalig ihr Geschäft öffneten, nahe. „Wir waren immer sehr zufrieden, ob Kuchen, Plätzchen, Brot – alles.“ Wie viele andere nutzten Mutter und Sohn den letzten Öffnungstag der Bäckerei, um sich noch einmal mit leckeren Backwaren einzudecken und den Dörnens für viele schöne Jahre zu danken. Sehr emotional, sehr bewegend ging es zum Abschluss einer Ära in der Bäckerei, die für viele weit mehr als eine Bäckerei war, zu.

„Die Kunden sind so etwas von emotional und lieb“, sagte Cornelia Dörnen, die bei den vielen Umarmungen, Geschenken und aufmunternden Worten zum Abschied nahe am Wasser gebaut war. „Das geht schon die ganze Woche so: Viele Blumen, Geschenke, Trauer und Tränen.“ Aufrichtig, das war zu spüren, war das Bedauern. „Die ganze Woche ein Tränenmeer“, bestätigte Heinz-Werner Dörnen, der noch gern ein paar Jahre weitergemacht hätte, die notwendige Investition für einen neuen Ofen mit 62 Jahren aber nicht mehr stemmen kann.

Sprichwörtlich „weg wie warme Semmeln“ gingen die Brote, Brötchen und Teilchen, die er für den letzten Öffnungstag vorbereitet hatte. Viele hatten ihr Lieblingsbrot, Berliner Ballen für die Silvesterparty und Brötchen für Neujahr vorbestellt und verbanden das Abholen wie gewohnt mit einem kleinen Schwätzchen. Sogar aus Schalksmühle und Hagen kamen langjährige Stammkunden, um den Dörnens für die Zukunft alles Gute zu wünschen. Überwältigt, „dass man so einen Laden aufgeben muss, in dem so viel Herzblut steckt“, zeigte sich dabei das Ehepaar Hoßfeld aus Hagen, das über Jahre stets, wenn es in der Nähe war, an der Hagener Straße Halt gemacht hatte. „Das Problem ist, dass man gehen muss, obwohl man noch gar nicht will. Alles hier ist unwahrscheinlich lecker gewesen.“

Auch der Schalksmühler Robert Thieltges fand an Silvester noch einmal den Weg nach Halver. „Das ist echt, was die machen. Es heißt nicht umsonst: Der Mensch ist, was er isst.“ Wo man auch hinhörte, hörte man Bedauern. „Ich finde es sehr traurig, dass vor Ort nicht mehr gebacken wird“, so Tanja Mathis vom Gemeindebüro der evangelischen Kirchengemeinde. Ob Gemeinde oder CVJM: Stets umkompliziert sei die Zusammenarbeit mit den Dörnens gewesen. „Tolle Absprache, immer mit Preisnachlässen.“ Auch andere Lieferkunden hängen jetzt in der Luft. Ihren Kunden bleiben die Dörnens unvergessen.

„Wir beginnen das neue Jahr mit Ihren Brötchen und dann denken wir an Sie“, tröstete Regina Reininghaus, stellvertretende Bürgermeisterin. „Einer Einrichtung“, trauerte Roland Pape hinterher.

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