Aussichtsturm an der Karlshöhe

Aufwendiger Feinschliff am Turm - Eröffnung im Frühjahr?

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Zwischenstand: Cathrin Brückmann (links) und Kollegin Petra Schwark besuchen Rolf Frank Römhild auf der Baustelle.

Halver - Mittlerweile sind alle Gewerke für die letzten Arbeiten am Aussichtsturm vergeben. Das war keine leichte Aufgabe, weiß die Architektin Cathrin Brückmann. Aber jetzt ist ein Ende der Sanierung in Sicht.

Stellt man sich den Aussichtsturm an der Karlshöhe einmal ohne Gerüst und ohne Schutzfolien an den Fenstern vor, scheint er bereits so gut wie fertig. Die neuen Pflastersteine liegen, das Mauerwerk ist dicht und selbst das Wappen des SGV ist bereits restauriert. Nur noch eine runde Aussparung in der roten Ziegelsteinwand ist frei und soll voraussichtlich bei der Eröffnung mit dem restaurierten Stadtwappen vervollständigt werden. Die Arbeiten im Außenbereich sind abgeschlossen. Nur noch die Eingangstür muss eingesetzt werden.

Jetzt geht es im Innern weiter. Wer jedoch einen Blick in den Turm hinein wirft, sieht, dass es noch einiger Arbeit bedarf, bis die Halveraner die Stufen erklimmen können. Zur Zeit arbeiten Rolf Frank Römhild und sein Mitarbeiter von der Firma Rademacher in dem Denkmal. Er ist Kirchenmalermeister und Restaurator aus Olpe. Eine Arbeit, die kaum noch jemand ausübt. Er war bereits in vielen Kirchen der Region beschäftigt – auch in der Halveraner Nicolai-Kirche. 

Innenputz muss komplett ersetzt 

Während Römhild normalerweise eher für seine Arbeiten zuständig ist – wie Kalligrafie und Kirchenmalerei –, ist er jetzt zwar für den Feinschliff des Turms zuständig, jedoch erweist sich dieser als harte Arbeit. Der Innenputz an der gesamten Innenfläche muss ab. 

Die Innenarbeiten am Aussichtsturm an der Karlshöhe haben begonnen. Der letzte große Schritt der Sanierung ist in absehbarer Zeit abgeschlossen.

Doch bei der Wandbeschichtung handelt es sich um Zementputz – an manchen Stellen ist er mehrere Zentimeter dick. Entfernt werden kann er nur mit schwerem Gerät. Seit rund vier Wochen arbeitet Rolf Frank Römhild bereits im Turm. In der obersten Etage haben er und sein Mitarbeiter begonnen und arbeiten sich nun Stück für Stück nach unten. Knapp die Hälfte ist bisher geschafft. Wenn der gesamte Zementputz entfernt ist, wird ein Kalkputz aufgetragen. Dieser ist so dünn, dass er die Struktur der Ziegelsteine durchblicken lässt. Zudem wird dieser atmen können. Kalkputz ist im Gegensatz zu Zementputz ein diffusionsfähiges Material, sagt Architektin Cathrin Brückmann.

Feuchtigkeitsschäden durch falsches Material

Durch das in den 1950er-Jahren angebrachte Material sind im Turm bereits Feuchtigkeitsschäden entstanden. Der neue Innenputz soll dies fortan verhindern. 

Hinterm Zementputz verbergen sich die roten Ziegel.

Für die Arbeiten im Innenbereich des Turms gab es insgesamt drei Bewerbungen auf die öffentliche Ausschreibung. Sie ließen auf sich warten, aber sie kamen, sagt Cathrin Brückmann. Null Bewerbungen gab es hingegen auf die Schlosserarbeiten. „Wir hatten große Not, einen Schlosser zu finden“, berichtet die Architektin. Hinzu kam, dass Handwerksbetriebe, die am Aussichtsturm arbeiten, einen Nachweis über ihre bisherige Erfahrung im Bereich Denkmalschutz vorweisen mussten. Schlosser sind im Turm von oben bis unten notwendig. 

Freier Fall: Fangnetze werden noch angebracht.

Auf der Aussichtsplattform ist noch ein 1,60 Meter hohes Gitter als Schutz nötig. Im Innern des Turms müssen Lücken im Metallgeländer geschlossen und vor den Fenstern im Kopf des Turms ebenfalls Gitter angebracht werden. Doch auch zwischendrin sind Schlosser gefragt. Denn die Treppenstufen im Turm führen 23,5 Meter an den Wänden entlang in die Höhe. 

Und in der Mitte des Innenraums? Freier Fall. Deshalb müssen spezielle Netze aus Metall her. Doch damit kennt sich nahezu kein Betrieb aus, vermutet Brückmann. Die Schlosserarbeiten wurden daher aufgeteilt, so dass für die Fallnetze ein spezielles Gewerk beauftragt werden konnte und für die restlichen Arbeiten auch. Die letzten Aufgaben sind verteilt. Jetzt geht es also weiter an der Karlshöhe. Im Frühjahr, so rechnet Cathrin Brückmann, könne der Turm eröffnet werden. Dann wird der Putz erneuert, das Geländer vollständig und alle Sicherheitsmaßnahmen angebracht sein. Rund 

40.000 Euro sind noch offen

40 000 Euro sind noch offen bei der Finanzierung für die Sanierung des Turmes. „Das kriegen wir hin“, sagt Bürgermeister Michael Brosch. Er sei zuversichtlich.

Der Heimatverein Halver setzt sich für den Erhalt des Aussichtsturms der Karlshöhe ein. Mit einer Spende auf das Sonderkonto „Initiative Aussichtsturm“ können sich Interessierte für den Erhalt des Turms einsetzen. Jeder Euro trägt dazu bei, dass Halver auch in Zukunft ein schönes Wahrzeichen hat, sagen die Initiatoren. Spendenkonten „Initiative Aussichtsturm“.

Sparkasse Lüdenscheid IBAN DE40 4585 0005 0000 2473 04 

Volksbank im Märkischen Kreis IBAN DE21 4476 1534 0220 2845 00

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