„Les Sirènes“: Frauenpower auf 16 Saiten

Die Bratschistin Christine Hanl erhielt ihre musikalische Ausbildung in Salzburg, Dortmund und Düsseldorf. 2010 gründete sie mit ihren Kolleginnen das Ensemble.

Halver - Frauenpower auf 16 Saiten: Einen Mix aus Klassik, Tango und Pop bot am Sonntagabend das Streichquartett „Les Sirènes“ – und bewies damit, wie modern Streichmusik interpretiert werden kann.

Von Lisa-Marie Weber

Die vier Musikerinnen bescherten den Besuchern in der katholischen Kirche „Christus König“ einen abwechslungsreichen Abend. Dabei legten sie als Frauenquartett großen Wert darauf, auch Stücke weiblicher Komponisten im Repertoire zu haben. Als sehr inspirierend stellte Violinenspielerin Freya Deiting zum Beispiel die blinde Komponistin und Pianistin Maria Theresia von Paradis vor. Ihr widmeten sie einen Titel.

Immer wieder nahmen sich die Frauen Zeit, um die Geschichte zu ihrer Musikauswahl zu erzählen. Mit Humor und überraschenden Momenten sorgten sie für kurzweilige Unterhaltung.

Außerdem spielten sie einen sowjetischen Walzer und ein Jazzstück, das 1928 in Wien geschrieben wurde. Der Komponist wolle ausdrücken, wie man sich als Amerikaner in Paris fühlt. „Wir hoffen, Ihnen das schöne nächtliche Pariser Klima näher bringen zu können“, sagte Dagmara Daniel. Und tatsächlich gelang es ihnen, dieses Gefühl zu transportieren.

Einen der wohl bekanntesten Tangos von Carlos Gardel spielten „Les Sirènes“ ebenfalls: Das Lied „Por una cabeza“ wurde bereits in vielen Filmen bei tangotanzenden Liebespaaren eingesetzt. Auch dabei gelang es dem Quartett, das Pferdegetrappel authentisch wiederzugeben – denn in dem Stück geht es um die Liebe zu Pferderennen.

Um die Liebe ging es dann auch in der Filmmusik zu „Romeo und Julia“. Das Stück „Time for us“ kam bei den Konzertbesuchern gut an. Davon hätten es laut Kulturbeauftragter Inge Zensen noch weitaus mehr sein dürfen. Denn die Konzerte der Formation „Les Sirènes“ seien für gewöhnlich stets ausverkauft. Der Stimmung in der katholischen Kirche schadete das jedoch keinesfalls. Die Gäste honorierten die Leistung des Ensembles mit reichlich Applaus.

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