Leerstandsmanagement erneut auf der Agenda

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Halvers Innenstadt soll lebendig bleiben. ▪

HALVER ▪ Das Problem ist nicht neu, doch es bleibt aktuell: Leerstände in der Innenstadt sind nicht nur vielen Bürgern ein Greuel, sondern auch der Stadtverwaltung und der Initiative „Pro Halver“. Wie Bürgermeister Dr. Bernd Eicker am Freitag auf Anfrage erklärte, findet daher in den kommenden Tagen ein Gespräch statt, in dem es unter anderem um ein Leerstandsmanagement gehen soll.

Damit heben die Gesprächspartner ein Thema auf die Tagesordnung, das bereits seit acht Jahren diskutiert wird: Ende 2004 hatte der einstige Vorsitzende der Initiative Pro Halver, Holger Krieg, erstmals einen zentralen Ansprechpartner für nicht genutzte Verkaufsflächen im Innenstadtbereich gefordert. In den Folgejahren gab es immer wieder Versuche, eine Datenbank aufzustellen – wie es hieß, sei dieses Projekt aber nicht zuletzt an der mangelnden Kooperationsbereitschaft mancher Immobilieneigentümer gescheitert: Sie hätten sich demnach schwer damit getan, die Höhe ihrer Mieten offen zu legen.

Nun wollen Stadt und Initiative also einen erneuten Anlauf wagen. Einen eigenen „Leerstands-Manager“, wie er unlängst in Altena eingestellt wurde (wir berichteten auf „Kreis und Region“), soll es in Halver jedoch nicht geben, wie Eicker erklärte. „Das lässt sich alleine finanziell nicht stemmen“, so das Stadtoberhaupt. Zudem gehöre das Thema „Leerstände“ bereits jetzt zum Tagesgeschäft im Rathaus – sowohl im Bürgermeisterbüro als auch beim Wirtschaftsförderer der Stadt, Kai Hellmann. Dabei habe man in jüngster Zeit manchen Erfolg erzielen können. „Sobald wir erfahren, dass ein Leerstand ansteht, sprechen wir mit Betreibern und Eigentümern, um zu einer guten Lösung zu kommen.“ So würde die Stadt oftmals im Hintergrund agieren, um Vermieter und potenzielle Mieter zusammenzubringen, bei der Suche nach Geschäftsnachfolgern zu helfen oder auch Unternehmensgründern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Zudem würde auch die Initiative „Pro Halver“ auf dem Gebiet des Marketings für die „Einkaufsstadt Halver“ sehr aktiv sein.

Die Entwicklung des Bahngeländes sieht der Bürgermeister nicht als Gefahr, sondern viel mehr als Chance – auch für die Einzelhändler der Frankfurter Straße. „Unser Ziel ist es, den Standort Halver attraktiver zu machen.“ Für eine gesteuerte Geschäftsansiedlung soll bekanntlich die „Halveraner Liste“ sorgen, eine Sortimentsliste jener Waren, die im Innenstadtbereich angeboten werden dürfen. Am Ende soll allen geholfen sein: Der Stadt, die eine Brachfläche neu entwickelt hat, und den Bürgern, die nicht auswärts einkaufen müssen, um ihren Bedarf zu decken. „Wer von vornherein nach Lüdenscheid fährt, ist für uns als Kunde verloren“, so Eicker. ▪ Frank Zacharias

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