Wandel und Reurbanisierung

Es tut sich was an Halvers Rand der Innenstadt 

Leerstand eines alten Halveraner Supermarkt an der Helle wird jetzt etwas Neues
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Leerstand in der Helle in Halver: Daran hat man sich schon fast gewöhnt. Es gab mal jemanden, der ein Fitnessstudio in dem alten Supermarkt eröffnen wollte. Daraus wurde nichts, aber etwas anderes kommt.

Was passiert am Rande der Innenstadt? Vieles siedelt sich zentral an und immer mehr Menschen wollen auch zentral wohnen. Das hat Vorteile, aber auch Nachteile.

Wohnen

Die Innenstadt wandelt sich, wie im ersten Teil der Serie dargestellt wurde. Trotz der Corona-Pandemie entwickelt sich die Bahnhofstraße weiter, wird quasi neu erfunden. Leerstände gibt es sowohl in der Bahnhof-, als auch in der Frankfurter Straße im Zentrum nicht. Aber was passiert am Rande der Innenstadt? Vieles siedelt sich zentral an und immer mehr Menschen wollen auch zentral wohnen. Das hat Vorteile, aber auch Nachteile.

Worauf läuft es hinaus? Einkaufen nur noch im Zentrum, leben am Rand? Etwas abseits von der Innenstadt, an der Von-Vincke-Straße 55, war bis vor einigen Monaten die Metzgerei Baumeister mit einer Filiale ansässig. Wie unsere Redaktion erfahren hat, wurde das Ladenlokal mittlerweile verkauft und wird zu einem Apartment umgebaut. Eine Umwandlung, die ganz im Sinne der Entwicklung ist. Kleine Handwerksbetriebe werden immer seltener. Statt eines anderen Geschäfts entsteht an dieser Stelle Wohnraum, den Halver gut gebrauchen kann.

Ähnlich ist es ein Stückchen weiter. Gegenüber des Hohenzollernparks standen Anfang dieses Jahres noch zwei Gebäude; das alte Bürgerzentrum und die alte Katholische Volksschule. Jahrelang wurden die Gebäude nicht genutzt und verrotteten immer mehr zu einem Schandfleck. Mittlerweile entsteht an dieser Stelle ein Projekt der Wohnungsgesellschaft Halver-Schalksmühle (WHS) mit seniorengerechten Wohnungen. Ein Zeichen der Zeit.

An der Marktstraße fällt ein recht ungepflegtes Gebäude auf, an dem nur noch ein Kaugummiautomat aktiv zu sein scheint. Um einen Leerstand handelt es sich jedoch nicht, auch wenn leere Speisekarten-Kästen den Anschein erwecken. Stattdessen wird der Raum hinter der Tür als eine Art Party-Keller genutzt. Vor einigen Jahren war in diesem Gebäude noch ein griechischer Imbiss.

Einkaufen im Quartier

....war einmal. Noch in dieser Woche wird die Penny-Filiale an der Von-Vincke-Straße für immer schließen. Der Lidl an der Hagener Straße wird an den Herpiner Weg umziehen. In das Gebäude wird danach kein Lebensmittelgeschäft mehr einziehen, so hat es die Stadt vertraglich geregelt. Non-Food, Gewerbe und anderer Handel sind jedoch möglich. Einkaufsmöglichkeiten wandern immer mehr ins Zentrum, was für Halveraner zwangsläufig bedeutet, den Einkauf mit Auto oder Bus zu erledigen oder einen längeren Fußweg einzuplanen – auch sonntags zum Brötchen holen. Immerhin hat man als Bürger unter der Woche aber die Möglichkeit im Fachmarktzentrum, neben Lebensmitteln auch Bekleidung, Drogerie- und Haushaltsprodukte zu kaufen. Ähnlich ist das auch am Rewe. In Supermarktnähe gibt es das Blumengeschäft Gerull, Clever Tippen und eine Apotheke.

Halveraner Originale

Nicht im Zentrum, aber dafür am Rande und nur wenig außerhalb sind einige Geschäfte, die es nur in Halver gibt. Dazu zählt zum Beispiel Peters Lädchen an der Von-Vincke-Straße. Mit einer Auswahl an Produkten aus ganz Deutschland und der Welt füllt er Lücken im Supermarkt-Angebot. Neben Spezialitäten gibt es dort auch frisches Obst und Gemüse und bald auch frisches Brot. Ein weiteres Geschäft dieser Art ist die Villa Luna an der Marktstraße. Das schöne Gebäude gibt einen Vorgeschmack auf das, was sich im innern verbirgt. In dem mediterranen Gartencenter gibt es Blumen und Dekorationsartikel. In den vielen verschiedenen Räumen stehen Bilder, Kerzen und Blumengestecke, die wie Mitbringsel aus einem Urlaub wirken.

Verborgen, aber wunderschön: Das mediterrane Gartencenter Villa Luna liegt zurückversetzt an der Marktstraße. Bereits von außen wirkt es außergewöhnlich. Auch im Innern gibt es Pflanzen und Dekoration, die es sonst nicht in Halver gibt.

Lückenfüller

Spielzeug wird es bald nicht mehr im Zentrum zu kaufen geben, wenn Gato-Toys schließt. Diese Lücke zu füllen, versucht Beate Wünsche, die neue Leitung des Versandshops. In dem Geschäft an der Frankfurter Straße gibt es nicht mehr nur Zeitschriften und Schreibwarenartikel, sondern fortan auch eine Auswahl an Spielzeug und Kindergarten-Rucksäcke.

Integration

Entlang der Von-Vincke-Straße ist der Begegnungstreff Move ansässig. Hier treffen sich im Café Flüchtlinge und Flüchtlingshelfer. Auch Deutschunterricht findet hier statt. Lebendige Integration also an dieser Stelle.

Kneipen, Gastronomie und Cafés

Davon gibt es im Zentrum mehr, als außerhalb. Aber trotzdem haben sich einige Geschäfte etablieren können. Darunter Cattlemen´s und Der Schlemmer Imbiss an der Karlshöhe sowie das Türkitsch am Bächterhof.

Die kleine Kneipe nahe der Nicolai-Kirche, Theo´s Eck, hat wiederum geschlossen. Der Besitzer der Kneipe Zum Fäßchen, Theodoros Klimanoglou, hatte dort einen zweiten Standort eröffnet, aber recht schnell wieder geschlossen. Eine Pizzeria ganz in der Nähe steht schon lange leer. Dafür aber haben sich fast nebenan der Griechische Imbiss Hellas Grill und seit kurzem das Café Barock angesiedelt.

Kalter Kaffee: In diesem Gebäude war mal das Café Weyland. Jetzt wird es umgebaut zu einem Fliesen- und Sanitärstudio vom Meisterbetrieb Sagik aus Halver und der Firma Hilchenbach aus Kierspe.

An der Leye ist die Pizzeria Tevere für viele Halveraner eine der Anlaufstellen für eine Pizza. Einige Zeit wurde auf eBay-Kleinanzeigen eine „gut laufende Pizzeria in Halver“ zur Übernahme angeboten. Das hat wohl geklappt, denn seit Oktober hat das Geschäft neue Besitzer. Zum Glück kam hier kein neues leer stehendes Geschäft.

Einen Leerstand gibt es aber noch. Das Café Weyland ist dicht. Aber: Murat Sagik hat das Lokal gekauft und eröffnet dort – vielleicht noch dieses Jahr – einen Showroom gemeinsam mit der Firma Hilchenbach aus Kierspe. Fliesen und Sanitär gibt es dort dann zu sehen.

Friseur & Co.

Friseure gibt es einige in Halver. Extra für Männer gibt es am Kreisel an der Nicolai-Kirche einen Barbershop. Geschlossen hat aber erst vor kurzem Die Tanke an der Thomasstraße. Vorerst bleibt dort ein Leerstand bestehen, wie unsere Redaktion erfahren hat. Potenzial, einen neuen Interessenten zu gewinnen, hat das außergewöhnliche Gebäude jedoch allemal.

Wo es an der Mittelstraße Massagen gab, ist jetzt ebenfalls ein Leerstand. Diese Anwendungen gibt es dafür in der Frankfurter Straße bei Baan Boom.

Passiert da noch was?

Was ist zum Beispiel mit dem leer stehenden Supermarkt an der Helle? Jahrelang steht das Lokal bereits leer. Eine Zeit lang wurde die Überlegung lauter, ob das Jugendzentrum dort einziehen kann. Mehrere private Investoren hatten die Idee, ein Fitnessstudio zu eröffnen. Nichts passierte. Aber jetzt ist auch dieses Lokal verkauft. Und es wird etwas passieren, wie es vonseiten der neuen Besitzer heißt, die namentlich noch nicht genannt werden möchten. Auch die Idee bleibt vorerst ein Geheimnis, aber man darf gespannt sein. Im kommenden Jahr wird man Veränderungen sehen.

Ein weiteres Gebäude, die selbe Frage. Es geht um das leer stehende Haus hinter der Volksbank an der Frankfurterstraße. Die Fenster sind eingeschlagen und im Innern steht Schutt. Einst war dieses Haus wunderschön, wie die Familienmitglieder sagen. Es ist das Elternhaus von Monika Karthaus-Stang, geerbt haben es andere Verwandte. Verkauft wurde das Haus nicht, aber was mit der ehemaligen Schreinerei passieren soll, ist unklar. Aber: „Es soll wohl etwas passieren“, so die ehemalige Halveranerin.

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